MINT-Kompetenzen braucht's in jedem Beruf
Die diesjährige Bündner MINT-Woche fand bei der Ems Chemie, der RhB, der Keller Laser, der Trumpf Schweiz AG, der Hamilton, der Georg Fischer Rohrleitungssysteme AG (GF) und der Lehrwerkstatt für Schreiner sowie im Informatik-Ausbildungszentrum in Samedan statt. Insgesamt konnten rund 170 Schülerinnen und Schüler (3. bis 6. Klasse) spielerisch die Welt der Technik und Informatik entdecken. In der Firma GF lernten die Teilnehmenden an einer Babyplast das Kunststoffspritzen kennen. An der kleinen Maschine durften sie mit Unterstützung der Lernenden das Werkzeug wechseln, die verschiedenen Eigenschaften des Kunststoffes kennenlernen und zum Schluss Spiel-Kreisel in verschiedenen Farben spritzen. Weiter wurde fleissig gelötet, geschraubt, gefräst und programmiert, damit am Freitag die LED Lampe inklusive Soundsensor fertiggestellt war.
An der PH Graubünden programmierten die Teilnehmenden anhand der Spielfelder, welche gemeinsam mit den Lernenden der Firmen entwickelt worden waren, einen Roboter so, dass er unterschiedliche Aufgabenstellungen aus dem Alltag der einzelnen Firma lösen konnte. Gian-Paolo Curcio, Rektor der PH Graubünden, unterstreicht die Bedeutsamkeit der MINT-Fächer, insbesondere der Informatik für die Zukunft: «Informatik ist als eine Kulturtechnik zu verstehen, wie beispielsweise Sprache oder Mathematik. Kinder lernen, Informatik als Sprache zu nutzen und damit Roboter zu bewegen.»
Verbindung von Wirtschaft und Schule
Die Bündner MINT-Woche verbindet Wirtschaft und Schule: Lernende der beteiligten Bündner Unternehmen und Institutionen arbeiten eng mit Studierenden der PH Graubünden zusammen. Die angehenden Lehrpersonen erweitern im Rahmen dieser Kooperation anhand von Hands-on-Erfahrungen ihr fachliches, fachdidaktisches sowie pädagogisches Wissen, und die Lernenden der Betriebe geben ihr erworbenes Wissen an die Kinder und angehenden Lehrpersonen weiter. Henrique Nunes im 3. Lehrjahr zum Anlagenführer in der GF beschreibt seine Erfahrungen mit den Worten: «Ich habe von Anfang an gemerkt, dass ich viel Geduld haben muss. Ich musste alle klar und möglichst einfach erklären. Das war nicht immer ganz einfach. Die Kinder hatten wenig bis kein Vorwissen.»
«In dieser Woche kann ich mein Fachwissen erweitern. Ich geniesse den ersten und direkten Kontakt in meiner neuen Rolle als Lehrerin mit den Kindern. Dieser Einblick hier bietet mir viele Gelegenheiten, wertvolle Erfahrungen zu sammeln, die ich dann in meinem späteren Berufsalltag einsetzen kann», beschreibt Tina Kuratli, Studentin im 1. Studienjahr an der PH Graubünden ihre praktischen Erfahrungen.
Pädagogisch wertvolles MINT-Förderprogramm im ausserschulischen Bereich
Die enge Zusammenarbeit zwischen der PH Graubünden der Bündner Wirtschaft freut die Projektleiterin der PH Graubünden, Lilian Ladner: «Mit diesem MINT-Förderprogramm bereiten wir die Kinder und Jugendlichen auf die hochtechnologisierte Welt von morgen vor. Unsere angehenden Lehrpersonen lernen die neuen Technologien kennen und anhand von problemorientierten Aufgabenstellungen aus dem Lebensbereich der Kinder im Unterricht anzuwenden. Das Fachwissen der Spezialisten aus der Wirtschaft unterstützt uns beim Umsetzen der MINT-Inhalte».
Naira, Viertklässlerin aus Davos, zieht folgendes Fazit: «Nun weiss ich viel genauer, was sich hinter den Mauern der GF abspielt, denn ich kannte die Firma schon ein bisschen im Vorfeld. Ich interessiere mich sehr für Technik und habe mich aus diesem Grund entschieden, ein zweites Mal an der Bündner MINT-Woche teilzunehmen. Nun kenne ich bereits zwei Firmen.»