Das Dinner mit der «Diva»
Wie es in dieser Sendung zu und hergeht, konnte der ehemalige DZ-Redaktor Andri Dürst am eigenen Leib erfahren. Nachfolgend berichtet er gleich selber über seine Erfahrungen.
«Als Mitglied der schreibenden Zunft bin ich mir den Umgang mit Mikrofon und Kameras nicht gewohnt. Dennoch kam ich kürzlich in Kontakt mit diesen Utensilien. Dann nämlich, als ich bei den Dreharbeiten der SRF-Sendung ‹Mini Chuchi, dini Chuchi› teilnahm. Doch von vorne. Zu dieser Sendung kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Ein Arbeitskollege fragte mich nämlich an, ob ich Interesse hätte, daran teilzunehmen. Er selber wurde von der Produktionsfirma angefragt, hatte selber aber kein Interesse. Ich dachte: Ja, wieso eigentlich nicht. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf.
Nach einem Casting-Prozess und unverbindlichen Telefonaten wurde es je länger je ernster. Mehrere Wochen im Voraus erhielten wir das Thema, zu dem wir uns einen Hauptgang ausdenken sollten. Da alle Teilnehmenden meiner Woche aus Graubünden stammten, hoffte ich, dass wir unsere lokale Küche präsentieren können. Doch weit gefehlt! «Chicorée» war das Thema. «Ohalätz», dachte ich. Das könnte bitter werden. Und vielleicht auch etwas heikel? Schliesslich sind die weissen Kolben bei uns unter dem Namen «Swiss Diva» erhältlich. Ich machte mich nichtsdestotrotz auf die Suche nach einem mundenden Menü. Vorspeise und Dessert müssen bei diesem Sendeformat nicht zubereitet werden, im Fokus steht lediglich der Hauptgang. Für was ich mich entschieden habe, soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Im November war es dann soweit, und die Drehwoche stand vor der Tür. Ich war durchaus ein wenig aufgeregt. Mir wurde der dritte Drehtag zugeteilt, so konnte ich wenigstens bei den ersten beiden Teilnehmenden noch einige Sachen «abschauen». Doch bevor es ans Essen ging, standen zuerst verschiedene Dreharbeiten auf dem Programm. Ein motiviertes und unkompliziertes Team stand dafür im Einsatz. Nicht nur die Filmcrew war mir auf Anhieb sympathisch, auch die anderen Teilnehmenden entpuppten sich als tolle Menschen. Wir waren eine bunt zusammengewürfelte Truppe, in der es nie langweilig wurde. Entsprechend waren auch die Menüs extrem vielfältig. Und so wurde ich von einem Chicorée-Verächter zu einem kleinen Fan des Wintergemüses.
Wie gesagt stand ich am dritten Drehtag selbst in der Küche. Und diese ist nicht gerade riesig. Dennoch klappte die Zubereitung reibungslos. Ich war froh, lief alles geschmeidig. Es ist allerdings tatsächlich etwas kurios, beim Schnippeln, Anbraten und Raffeln von einer Kamera beobachtet zu werden. Ich liess mich aber nicht aus der Ruhe bringen und kochte mein Menü so, wie ich es einige Wochen im Voraus getestet habe. Wobei: Beim Probelauf habe ich eine kleinere Menge gekocht. Dass auch beim Ernstfall alles klappte, war auch einer kleinen Portion Glück zu verdanken. Doch auch dazu sei nicht allzu viel verraten.
Die Woche nahm ihren Abschluss, als wir bei einem Teilnehmer in Klosters verköstigt wurden. Nach dem Essen wurde nämlich der Sieger respektive die Siegerin der Woche bekannt gegeben. Und das ist der Clou von «Mini Chuchi, dini Chuchi»: Die jeweiligen Gäste bewerten – ohne dass es jemand anders sieht – das Essen des Gastgebers oder der Gastgeberin. Am letzten Abend erfolgt dann die grosse Enthüllung. Welchen Platz ich in diesem Ranking einnahm, verrate ich natürlich nicht. Wer das Geheimnis lüften möchte, schaltet am besten einfach den Fernseher ein. Und vielleicht werden ja einige Leserinnen und Leser nun auch zu «Chicorée-Fans»?»
«Mini Chuchi, dini Chuchi» aus Graubünden wird vom Montag, 27. Januar, bis Freitag, 31. Januar, jeweils um 18.15 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt. Die Sendung ist auch auf Play SRF zu finden.