Microsoft zahlt 6,3 Milliarden Dollar Steuern in der EU
Der Techkonzern Microsoft hat im vergangenen Jahr 6,3 Milliarden US-Dollar in der Europäischen Union an Körperschaftsteuern gezahlt. Das geht aus dem erstmals veröffentlichten «Public Country-by-Country Report» hervor, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.
Auffällig ist, dass Deutschland vergleichsweise wenig von den umgerechnet etwa 5,53 Milliarden Euro abbekommt. Obwohl die Bundesrepublik zu den grössten Standorten von Microsoft in Europa gehört, zahlte der Techkonzern da Ertragsteuern in Höhe von nur 174,2 Millionen Dollar oder 153 Millionen Euro. Der Löwenanteil kam dem Fiskus in Irland zugute. In Dublin befindet sich auch die Europazentrale von Microsoft.
Weltweit summierten sich dem Report zufolge die vom Unternehmen entrichteten Körperschaftsteuern im selben Zeitraum auf 28,7 Milliarden Dollar, womit Microsoft unter den grossen US-Techkonzernen den zweiten Platz belegt – hinter Apple mit 29,7 Milliarden. Dazu kämen weitere Abgaben wie Lohn-, Mehrwert- oder Grundsteuern.
Mit der Offenlegung der Zahlen kommt der Techgigant den neuen EU-Transparenzrichtlinien nach. Der Bericht schlüsselt detailliert auf, in welchen Ländern das Unternehmen Umsätze generiert, Gewinne verbucht und wie viel Ertragsteuern tatsächlich an die jeweiligen Finanzämter fliessen.
Knotenpunkt Irland
Microsoft betont als Leitprinzip seiner Steuerstruktur, dass Abgaben dort entrichtet werden, wo Mitarbeiter tätig sind, Investitionen getätigt werden sowie Funktionen, Vermögenswerte und Risiken verortet sind. Irland sei der wichtigste operative und finanzielle Knotenpunkt für das Unternehmen in Europa.
Im 2025 verzeichneten die irischen Tochtergesellschaften mit 6654 Mitarbeitern einen Umsatz von 196 Milliarden Dollar und einen Vorsteuergewinn von 47,1 Milliarden. Die tatsächlich im Berichtszeitraum gezahlten Steuern («Income Tax Paid») betrugen 5,6 Milliarden. Microsoft nennt im Report auch den Grund für die Gewinnkonzentration: In Irland seien zentrale Strukturmerkmale wie das interne Finanzwesen sowie das Verwalten von geistigem Eigentum registriert.