Mercedes und der WM-Zündstoff
Kimi Antonelli und George Russell dominieren diese Saison für Mercedes. Steckt in dieser Konstellation Stoff für einen Stallkrieg? Der Teamchef griff einst bei Rosberg und Hamilton knallhart durch.
Die Rivalität zu seinem früheren Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton verfolgt Nico Rosberg noch heute bis nach Hause. Der einstige Jugendfreund aus England, der inmitten des unerbittlichen Zweikampfs um die WM-Krone später zum Feind wurde, steht nämlich bei den Töchtern des deutschen Formel-1-Champions von 2016 ganz hoch im Kurs.
Alaïa und Naila sind Fans des siebenmaligen Weltmeisters, der noch heute in der Motorsport-Königsklasse für Ferrari aktiv ist. Hamilton lässt es sich nicht nehmen, die beiden Mädchen regelmässig zu Weihnachten mit Barbies zu beschenken. «Wir hatten so eine Feindschaft. Immer an Weihnachten haben beide Kinder vor der Tür ein Geschenkepaket von ihm. Das ist ein schöner Ansatz von ihm», erzählte Rosberg einmal lächelnd.
Wolff als Teamchef 2016 mittendrin
Ob der Unternehmer, der nach seinem WM-Coup vor zehn Jahren auf dem Gipfel seines fahrerischen Könnens zurücktrat, die Präsente tatsächlich so witzig findet, ist eine andere Sache. Hamilton vs. Rosberg war ein so vergiftetes teaminternes Formel-1-Duell, das Schlagzeilen geschrieben hat. Mittendrin damals: Teamchef Toto Wolff.
Der Österreicher musste einen Dauerstreit moderieren, der jederzeit komplett eskalieren konnte. 2016 in Spanien schossen sich Hamilton und Rosberg schon in der ersten Runde sogar von der Strecke. Nur vier Rennen später in Österreich krachten die Streithähne kurz vor dem Ende wieder ineinander, konnten das Rennen aber noch beenden.
Und heute? Heute ist Mercedes in einer Position, in der erneut ein Stallkrieg aufflammen könnte. Auf der einen Seite der erst 19-jährige Italiener Kimi Antonelli, das neue Wunderkind der Formel 1, das die Fahrerwertung nach drei Grand Prix anführt. Auf der anderen Seite der 28-jährige Engländer George Russell, der einstige Kronprinz Hamiltons, die Nummer zwei im Klassement. Eskalationspotenzial? Das birgt alleine schon die Konstellation mit zwei potenziellen Weltmeistern in ein und demselben Team.