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Schweiz & Welt

Tim Eduard Franzl schrieb Golfgeschichte

Davoser Zeitung
15.07.2023, 18:00 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten sich der Challenge des Zweirunden-Turniers. Der sportliche Aspekt stand sichtlich im Vordergrund. Die Clubmeisterschaften bieten Gelegenheit, das eigene Golfspiel auf die nächste Stufe zu heben und zugleich seine Fähigkeiten unter Wettbewerbsbedingungen zu testen. Jeder Abschlag, jeder Putt und jeder Schlag erhalten hier Bedeutung, der guten Platzierung willen. Leidenschaft und Ehrgeiz sind die Triebfedern der Meister und Meisterinnen. Der zweite, wichtige Aspekt für die Teilnahme an den Clubmeisterschaften ist der gebotene hohe Faktor an Unterhaltung und Geselligkeit. Hier stellt sich der eigentliche Wettkampf in die zweite Reihe. In der ersten steht die Freude am Golfspiel und das Erhöhen des Gemeinschaftssinns innerhalb des Clubs.

Tag eins – Favoriten und Aussenseiter 

Der 18-Loch-Parcours wurde klassisch sportlich ausgesteckt. Traditionell wird am Samstag nach Handicap gestartet: Je tiefer das Handicap, desto früher muss die Runde in Angriff genommen werden. Die Titelfavoriten mussten demnach ihre Wecker stellen. Immerhin achtzehn «Single-Handicaper», einfacher ausgedrückt, sehr gute Golfspieler, sind nicht nur auf dem Papier ausgewiesene Könnerinnen und Könner, sondern ebenso zuverlässige Siegesanwärter in der Realität. Klarer Favorit mit Handicap +2.6 war demnach Vorjahressieger Nicklas Illi. Souverän wurde er seiner Champion-Rolle gerecht. Dank einer Runde mit 69 Schlägen (eins über Par) führte er die Rangliste bei den Herren an. Mit zwei Schlägen Abstand folgten Tim Eduard Franzl und Harry Sprecher. Die ersten Fünf trennten gerade einmal fünf Schläge. Das Titelrennen blieb offen für den Finaltag. Ein bisschen deutlicher fiel die Rangliste nach Tag eins bei den Damen aus. Sonja Müller rief mit 74 Schlägen ihre persönliche Bestleistung ab. Das waren ganze neun Punkte Vorsprung auf die Zweitplatzierte Patricia Taufenecker, und 15 waren es auf die drittplatzierte Barbara Schneider. Titel Nummer drei in Folge blieb somit für Sonja Müller in Griffweite.

Spass nach Ernst

Die Davoser Golfgemeinschaft traf sich am Abend zum gemeinsamen Nacht­essen im Clubhouse. Freibier und kostenloser Champagner waren zuvor beste Freunde. Nach dem Eindunkeln wurde auf das «Pitching-Green» geladen. Bei einer «Nearest to the Pin-Competiton» im Dunkeln mit Leuchtbällen und Taschenlampen musste mit einem Schlag möglichst nahe zur Fahne gespielt werden. Alessio Baracchi gelang ein herausragender Versuch. Mit nur 60 Zenti­metern Abstand zum Loch landete sein Golfball auf dem Green – Spass zum Tagesende nach all den sportlichen Höhenflügen. Oder andersrum: Auf dem Platz Kontrahenten, im Clubhaus beste Kollegen. Geselligkeit nach dem Spiel zeichnet den Golfsport aus. Die Jungmannschaft zieht es jeweils wie üblich weiter ins Davoser Nachtleben.

Tag zwei – Grande Finale

Tag der Entscheidungen – bei bestem Wetter machten sich die Athleten auf in den Kampf um den Clubmeistertitel. Je besser die Rangierung, desto länger der Schlaf, sprich die «Early-Birds» mit einem missglückten Resultat vom Vortag erhielten nun in der Früh die Chance auf Resultatkosmetik. Am Ende des Feldes starteten die besten Spieler. Clubmeisterinnen/Clubmeister bilden sich normalerweise aus dem vorletzten Flight der Damen und dem letzten der Herren. Weitere Akteure und Angehörige erwarten diese jeweils mit viel Spannung beim letzten Green, um ihnen den gewürdigten Respekt zu zollen. Belohnt wurden die Zuschauer mit beeindruckenden Drives, präzisen Eisenschlägen und bilderbuchhaften Putts.

Sonja Müller und Tim Eduard Franzl

Dem eigenen Druck den Meister gezeigt, das hat einmal mehr Sonja Müller. Selbst wenn ihr die Traumrunde vom Vortag nicht mehr gelingen sollte, sicherte sie sich dank einer soliden 84er-Runde souverän ihren dritten Titel in Folge als Clubmeisterin. Mit einem Totalscore von 158 Punkten liess sie ihren Konkurrentinnen nicht den Hauch einer Chance und durfte die Siegeslorbeeren einmal mehr dankend entgegennehmen. Patricia Taufen­ecker rangierte mit 172 Bruttopunkten auf Platz zwei, Barbara Lanter landete dank einer beachtlichen Aufholjagd am zweiten Tag auf dem dritten Schlussrang. Der in Führung liegende Nicklas Illi machte sich das Leben beim ersten Abschlag selbst schwer. Mit einer notierten zehn auf der Scorekarte bei Loch eins schwanden seine Siegeschancen rapide. Am Ende reichte es just für Rang drei. Sandro Metz schaffte es mit einer spor­tiven 76er-Runde auf Schlussrang zwei. Des einen Leid, des anderen Freud. Tim Eduard Franzl spielte so zuverlässig und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk.

Tim schrieb Clubgeschichte

Dank einer weiteren 71er-Runde und des Gesamtscores von 142 Punkten darf sich Tim zum ersten Mal in seiner überaus jungen Golfkarriere als Clubmeister feiern lassen. Ein Sieg, der in die Historie des Golf Clubs Davos eingeht. Mit seinen erst 13 Jahren ist Tim der jüngste Clubmeister aller Zeiten. Langjährige Mitglieder sprechen von einem der grössten Golftalente, das der Club je hervorbrachte. Wen wundert es, dass bei solcherlei Meisterschaften der Zufriedenheitspegel weit nach oben ausschlug. Dank des exzellenten und sportlich schwierigen Platzes, des ansprechenden Rahmenprogramms, der fröhlichen Stimmung und dank des beachtlichen Einsatzes des gesamten GCD-Teams gab es viel Lob­gesang.

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