Mehr als 1.400 Tote in Venezuela – Helfer retten Überlebende
Drei Tage nach den Erdbeben in Venezuela haben Rettungsteams unter erheblichem Zeitdruck mehrere Menschen lebend aus den Trümmern geborgen.
Trotz der intensiven Rettungsarbeiten steigt die Zahl der Todesopfer jedoch weiter. Nach Angaben des Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, wurden bislang 1.430 Tote gezählt. Mehr als 3.200 Menschen wurden verletzt.
Eindrucksvolle Videos zeigen, wie sich Helfer durch schmale Spalten zwischen den Trümmern zwängen und nach schwierigen Arbeiten Babys, Kinder und Erwachsene retten. Einem kolumbianischen Team gelang es nach einem sechsstündigen Einsatz, einen elfjährigen Jungen im Bundesstaat La Guaira lebend zu bergen, wie ein Video der kolumbianischen Katastrophenbehörde UNGRD zeigt. Auch Teams aus Ländern wie El Salvador, Ecuador und Spanien meldeten erfolgreiche Rettungseinsätze.
Nach den Angaben von Jorge Rodríguez, dem Bruder der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez, sind 30.000 venezolanische Einsatzkräfte, darunter auch Mediziner und Psychologen, im Katastrophengebiet im Einsatz. Zudem beteiligen sich mehr als 2.200 Rettungsexperten aus 21 Ländern an der Suche nach Verschütteten.
Auch ein 48-köpfiges Team des Technischen Hilfswerks (THW) ist in dem südamerikanischen Land im Einsatz. Noch immer werden Tausende Menschen unter den Trümmern vermutet. Von Stunde zu Stunde schwinden die Hoffnungen, noch Überlebende zu finden.
Nach den Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am Mittwoch habe es 430 Nachbeben gegeben, sagte Jorge Rodríguez. Mehr als 70.000 Familien seien nach der Katastrophe von den Behörden unterstützt worden.
Besonders im Bundesstaat La Guaira, aber auch in der Hauptstadt Caracas, haben die Beben erhebliche Zerstörungen verursacht. Teils sind ganze Strassenzüge mit Hochhäusern dem Erdboden gleichgemacht worden. Verkehrsministerin Jacqueline Faría kündigte die teilweise Wiederaufnahme des Bahn- und U-Bahn-Betriebs ab Sonntag an, darunter von der Metro in Caracas.