McGrath mit drittem Saisonsieg – Schweizer geschlagen
Atle Lie McGrath schüttelt in Kranjska Gora die Olympia-Enttäuschung ab und feiert den dritten Saisonsieg. Loïc Meillard verabschiedet sich aus dem Kampf um die Slalomkugel, Tanguy Nef wird Zehnter.
Der norwegische Disziplinenleader McGrath, der an den Olympischen Spielen in Bormio als Führender nach dem ersten Lauf ausgeschieden war, setzte sich hauchdünn vor seinem Landsmann Henrik Kristoffersen und dem für Brasilien startenden Lucas Pinheiro Braathen durch. Die Differenz zu Kristoffersen betrug eine Hundertstelsekunde, jene zu seinem Jugendfreund Pinheiro Braathen, der tags zuvor den Riesenslalom gewonnen hatte, vier Hundertstel. Die ersten sechs waren nur durch zwölf Hundertstel getrennt.
Damit geht McGrath am 25. März mit einer Reserve von 41 Punkten auf Pinheiro Braathen in den letzten Slalom des Winters in Hafjell. Theoretische Chancen haben auch noch Clément Noël (6. am Sonntag/77 Punkte Rückstand) und Kristoffersen (99 Punkte), nicht mehr im Rennen ist wie Timon Haugan, Paco Rassat und Eduard Hallberg Olympiasieger Loïc Meillard.
Meillards Rücklage, Nefs vergebene Chance
Die Schweizer gehörten im slowenischen Sulzschnee zu den Geschlagenen. Meillard hätte trotz seines «Nullers» in Schladming noch in den Kampf um die Kugel eingreifen können, geriet aber im ersten Lauf nach bester zweiter Zwischenzeit in Rücklage und erwischte ein Tor nicht. Tanguy Nef vergab am Nachmittag nach Zwischenrang 8 ein Top-Resultat durch einen zeitraubenden Fehler, bei dem er improvisieren musste und ein Tor von der «falschen» Seite passierte.
«Das war einer der komischsten Läufe meines Lebens. Ich fuhr gut, hatte aber im oberen Teil diesen komischen Fehler bei der speziellen Torkombination. Ich wusste die ganze Zeit nicht, ob ich die Passage reglementskonform bewältigte oder ob ich noch disqualifiziert würde», sagte Nef im SRF-Interview. 85 Hundertstel betrug sein Rückstand auf die Siegerzeit, 83 Hundertstel büsste er auf McGrath allein in jenem Abschnitt ein. «Wirklich schade» sei es, meinte er angesichts der kleinen Zeitabstände und der verpassten Chance.