Mauersegler und Turmfalken fallen im Raum Zürich aus ihren Nestern
Die Hitze und Trockenheit setzt nicht nur Menschen zu, sondern auch Wildtieren. Igel, Vögel und Waldtiere verbrauchen Energie bei der Suche nach Wasser. Junge Mauersegler und Turmfalken fallen aus den brütend heissen Nestern.
Ein Igel kommt aus dem Gebüsch, läuft zum bereit gestellten Schälchen mit Wasser, trinkt und verschwindet wieder unters Dickicht. Diese Beobachtung zeigt: Igel haben Durst, finden wegen der ausbleibenden Regenfälle aber immer seltener natürliche Wasserquellen und nehmen menschliche Hilfe gerne an.
«Igel leiden weniger unter den Temperaturen als vielmehr unter der Trockenheit», bestätigt Annekäthi Frei, Tierärztin beim Igelzentrum Zürich. Wenn die nicht sehr mobilen Tiere nun viel Energie verbrauchen, um Wasser zu finden, könne ihnen das zusetzen.
Igelinnen sind derzeit zudem damit beschäftigt, den Nachwuchs zu säugen. Dass aber viele Mütter nach der Futter- und Wassersuche nicht in die Nester zurückkehren, wie es bei anderen Stationen heisst, kann Frei nicht bestätigen. «Wir haben dieses Jahr eher weniger verwaiste Babys.»
22 Igel im Igelzentrum
Unter den 22 Igeln, die das Igelzentrum Mitte Juli betreute, befanden sich im Vergleich zu anderen Jahren dafür deutlich mehr bereits etwas ältere Jungtiere, die mager, krank und teilweise weniger fit sind. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein.
«Wie es einem Igel geht, hängt von seinem Lebensraum ab», betont Frei. Das heisst von der Art und der Gestaltung der Gärten und anderer freier Flächen im Siedlungsraum. Einheimische Sträucher, Stauden und Hecken, Totholz, Äste und Laubhaufen, Wildblumen statt millimeterkurzer Rasen, eine Mischung aus besonnten Plätzen und Schattenplätzen sowie Wasserquellen sorgen für ein Umfeld, in dem es auch der Hauptnahrung der Igel gefällt: den Insekten.
Auf dem Igel-Speiseplan stehen hauptsächlich Laufkäfer, Schmetterlingsraupen und Ohrwürmer. Sie fressen aber auch Tausendfüsser, Regenwürmer und Schnecken.