Mauersegler in Not: So gelingt die erste Hilfe
In den letzten Tagen hat die Pflegestation der Vogelwarte Sempach vermehrt Mauersegler entgegengenommen. Die noch flugunfähigen Jungvögel verlassen wegen der Hitze verfrüht ihre Nester. Am Boden brauchen sie dringend Hilfe. Was es dabei zu beachten gilt.
Am Boden sind noch nicht flugfähige Mauersegler immer in einer Notsituation. Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erteilte die Schweizerische Vogelwarte am Donnerstag wertvolle Tipps, wie den jungen Vögeln am Boden geholfen werden kann.
ALTER BESTIMMEN
Bevor weitere Rettungsschritte unternommen werden, gilt es festzustellen, ob es sich bei dem gefundenen Tier um einen Jung- oder Altvogel handelt.
Junge Mauersegler sind an hellen Federsäumen, besonders an den Schwungfedern, und einer hellen Stirn zu erkennen. Bei Altvögeln ist das Gefieder mit Ausnahme der Kehle einheitlich schwarzbraun. Ihre Flügel überragen den Schwanz und überkreuzen sich an der Spitze.
GEFIEDER UNTERSUCHEN
Bei einem Jungvogel muss zudem geprüft werden, ob er bereits flügge ist. Ein Merkmal dafür ist, dass die Flügel den Schwanz um etwa zwei Zentimeter überragen. In der Hand kann der Findling sorgfältig auf den Rücken gedreht werden.
Wenn wir den Vogel in der Hand sorgfältig auf den Rücken drehen und einen Flügel öffnen, sollte der Entwicklungsprozess des Körpergefieders schon weitgehend abgeschlossen sein.
FLUGVERSUCH WAGEN
Ist ein Vogel flügge und seine Flügel sind symmetrisch, kann ein erster Flugversuch unternommen werden. Auf einem Feld oder einer Wiese wird der Vogel auf die flache Hand gelegt und etwa auf Kopfhöhe gehoben. Fliegt der Vogel nicht von selbst weg, kann ihm mit einem leichten Wippen nachgeholfen werden. Er darf jedoch unter keinen Umständen in die Luft geworfen werden.