Mathias Zopfi hat Cassis nach Kiew begleitet
Ignazio Cassis habe dem ukrainischen Präsidenten die Unterstützung für die ukrainische Bevölkerung zum Ausdruck gebracht, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Daneben hätten sie bei ihrem Treffen auch die humanitären Bedürfnisse und die bilaterale und multilaterale Schweizer Hilfe besprochen.
Nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) traf Cassis zudem den ukrainischen Premierminister Denys Schmyhal und Aussenminister Dmytro Kuleba.
Mit Premierminister Schmyhal hatte Cassis drei Monate zuvor gemeinsam die Recovery-Konferenz in Lugano abgehalten. Der Fokus des Gesprächs in Kiew habe dementsprechend auf dem Follow-Up der Konferenz« gelegen und wie die dort festgelegten Eckwerte des Wiederaufbaus – die »Lugano-Prinzipien" – für die Ukraine wirksam werden könnten, teilte das EDA am Abend mit.
Von Parlamentsmitgliedern begleitet
Mit Cassis sind nach Angaben des EDA auch Parlamentarierinnen und Parlamentarier in die Ukraine gereist. Zur Delegation zählten demnach Ständerat Mathias Zopfi (Grüne/GL) und Nationalrätin Marianne Binder (Mitte/AG).
Ebenfalls dabei waren laut blick.ch Patricia Danzi, Chefin der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza), und Dominique Paravicini, Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge.
Aggression gegen zivile Infrastruktur
Cassis zeigte sich in einem weiteren Tweet schockiert über die Aggression gegen die zivile Infrastruktur und berührt von der Widerstandsfähigkeit der Ukraine und ihrer Bürgerinnen und Bürger in den zerstörten Kiewer Vororten Borodjanka und Iwankiw. Humanitäre Hilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau seien nötig, um den Winter und die Zeit danach zu bewältigen.
Vize-Aussenminister Perebyinis nannte Cassis' Besuch auf Twitter «eine symbolische und mutige Geste». Russland beschiesst denn auch die Ukraine und besonders die Hauptstadt Kiew seit Tagen mit sogenannten Kamikaze-Drohnen. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Beispiel verschob deshalb aus Sicherheitsgründen eine geplante Reise in die Ukraine kurzfristig.
Das EDA gab «aus Sicherheitsgründen» keine Details bekannt zu Cassis' Programm. Sein Besuch wird demnach von einem Sicherheitsdispositiv mit Personenschutz aus der Schweiz begleitet. Nach Angaben des «Tages-Anzeigers» wollte der Bundespräsident nicht in der Ukraine übernachten.
(sda)