Marcus Caduff und der «tamazi»
Aufmerksame Zuschauerinnen und Zuschauer von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) dürften am Donnerstag kurz zusammengezuckt sein. In einem TV-Beitrag warf der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff einen Blick auf den jüngsten Bundesratsentscheid zu Covid-19 und sagte dann leise, aber unüberhörbar: «Tamazi.» Auf die Nachfrage der Reporterin, wer denn ein «tamazi» sei, antwortete Caduff in Romanisch: «Das darf man fast nicht sagen. Der Bundesrat.»
«Liebevoll tadelnd»
Nun muss man wissen: Ein «tamazi» ist laut Wörterbuch ein Dummkopf oder Trottel. Ganz so böse, wie es scheine, sei das aber nicht gemeint gewesen, sagte Caduff gestern auf Anfrage. «Für mich ist ‹tamazi› etwas nicht allzu Negatives.» Sein Grossvater habe ihn früher so genannt, wenn er eine Dummheit gemacht habe. «Das ist nicht wirklich böse gemeint, eher liebevoll tadelnd.»
«Tamazi» sei seine erste Reaktion auf den Bundesratsbeschluss gewesen, «weil ich es nicht so erwartet hatte», sagte Caduff gestern weiter. «Mein Verständnis für den Entscheid war im ersten Moment weg, weil ich die Begründung mit dem mutierten Virus noch nicht gelesen hatte.»