Marcus Caduff: «Nun schlägt das Pendel zurück»
Der zuständige Bündner Regierungsrat Marcus Caduff zeigt sich im Interview zufrieden mit dem Resultat der Zersiedelungsinitiative: «Ich bin erleichtert über die deutliche Abfuhr der Initiative. Sie ist unausgegoren und zu radikal», so Caduff. Der Kanton Graubünden sei noch daran, das neue Raumplanungsgesetz 1 umzusetzen. «Jetzt müssen wir zunächst dieses Gesetz umsetzen, bevor neue Initiativen und Regeln in der Raumplanung kommen», so Caduff.
Auch auf die hohe Ablehnung in Graubünden im Vergleich mit dem Rest der Schweiz hat Caduff eine Antwort. «Wir sehen im ländlichen Raum, was es bedeutet, das Raumplanungsgesetz umzusetzen. Es behindert uns beispielsweise mit Auszonungen», so Caduff. Er glaubt, dass darum die Ablehnung derart hoch gewesen ist.
«Das Auszonen ist eine unangenehme Aufgabe. Das macht niemand gerne», so Caduff weiter. In jüngster Vergangenheit wurde diesbezüglich überbordet. Man müsste dem Kanton mehr Spielraum lassen. Jetzt schlägt eben das Pendel zurück.»
Die Zersiedelung in Graubünden sieht Caduff nicht als grosses Problem. «Wir haben zwei Prozent der Fläche überbaut. Das Problem betrifft mehr die urbanen Räume», so Caduff abschliessend.
Ein paar Zahlen zum Abstimmungssonntag:
- Die geringste Abfuhr erteilte die Gemeinde Sils im Engadin der Vorlage (55,9 Prozent, 426 Stimmberechtigte)
- Am deutlichsten wurde die Vorlage in Lohn verworfen (94,4 Prozent, 40 Stimmberechtigte)
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