Marco Odermatt könnte in Sölden zu Vreni Schneider aufschliessen
Marco Odermatt ist in der am Sonntag beginnenden Weltcupsaison erneut der Gejagte. Dabei jagt der fünffache Gesamtweltcupsieger selber Rekord um Rekord. In Sölden winkt bereits die nächste Bestmarke.
«Die grosse Kugel führt letztlich nur über mich» – Ausrufezeichen. Die Schlagzeile in der «Kronen Zeitung» rund zwei Wochen vor dem Saisonstart schlägt in unserem östlichen Nachbarland hohe Wellen. Zumindest, wenn man sich die Kommentarspalte des Onlineartikels vergegenwärtigt. Grundtenor: Marco Odermatts Aussage sei «überheblich». Dabei ist sie vor allem eines: zutreffend.
Pinheiro Braathen als Spielverderber
Fünfmal in Folge sicherte sich Odermatt zuletzt den Sieg im Gesamtweltcup. Und dies überlegen. Im Schnitt hatte er mehr als 640 Punkte Vorsprung auf den jeweiligen Zweitplatzierten. Im vergangenen Winter verwies er Lucas Pinheiro Braathen auf den 2. Platz. Der für Brasilien startende Norweger holte insgesamt 568 Punkte weniger als der Nidwaldner. Er entriss dem einstigen Dominator in dessen Paradedisziplin jedoch bei letzter Gelegenheit die kleine Kristallkugel im Riesenslalom, nachdem Odermatt bereits an den Olympischen Spielen das Nachsehen gegenüber Braathen gehabt hatte.
«Es ist natürlich schade, dass es nicht aufgegangen ist. Aber es war logisch, dass die Kugel auch mal an einen anderen geht als immer nur an mich», sagte Odermatt am Abgabetag von Swiss-Ski Ende September in Dübendorf. «Es war schon unglaublich, dass ich die vorangegangenen beiden Saison mit jeweils vier Kugeln beenden konnte.»
Anerkennung vom «Herminator»
Am Sonntag startet Odermatt in seine zehnte Weltcupsaison. Der Riesenslalom in Sölden markiert dabei eine besondere Marke: Es wird Odermatts 200. Rennen auf höchster Stufe sein. In bisher 199 Weltcup-Rennen stand der 29-Jährige 102 Mal auf dem Podest, 54 Mal zuoberst. Noch ein Sieg fehlt ihm, um zu Vreni Schneider aufzuschliessen, der in dieser Kategorie erfolgreichsten Schweizer Athletin.