Mailand-Cortina 2026 als Blaupause für kommende Spiele
Die Spiele in Mailand-Cortina sind Geschichte – im wahrsten Sinn des Wortes. Es war Olympia, wie es einmal war und wie es sein soll. Frankreich 2030 und vielleicht Schweiz 2038 können draus lernen.
«Grazie mille Italien» – die Worte des Schweizer Delegationsleiters Ralph Stöckli zum Ende der Olympischen Winterspiele im Norden Italiens sind wohl verdient. Mailand-Cortina hatte den Mut, dem viel kritisierten olympischen Gigantismus ein Ende zu setzen und auf bestehende, dezentrale Austragungsorte zu setzen. Es ist der Weg, den das IOC gehen will und muss, wenn es Olympische Spiele auch in den Kernregionen des Wintersports möglich machen will.
Dass die IOC-Präsidentin am Ende den Veranstalter lobt, hat Tradition. Doch Kirsty Coventry übertreibt nicht, wenn sie sagt: «Ihr habt eine neue Generation von Olympischen Spielen etabliert, und ihr habt ein Modell geschaffen für die kommenden Spiele.» Dass das dezentrale Konzept der Italiener funktioniert hat, ist auch für die Schweiz von Bedeutung. Die Pläne für die Ausrichtung der Spiele von 2038 sehen das gleiche Konzept vor.
Italianità mit Ricchi e Poveri
«Es war mutig, wie sich die Italiener der Herausforderung gestellt haben», stellt Stöckli fest. Und im Grossen und Ganzen ist das Risiko aufgegangen. Vieles hat hervorragend funktioniert. Die Spiele strahlten eine ausgeprägte Italianità aus, diese unvergleichliche Mischung aus Lebensfreude und Eleganz.
«Sarà perché ti amo» der 80er-Kultband Ricchi e Poveri wurde zum Ohrwurm von Mailand-Cortina. Und das passt perfekt, denn vor allem in Cortina d'Ampezzo, 1956 schon einmal Olympiaort, war es auch eine Reise in die Vergangenheit. Olympia in den Bergen, mit viel Schnee, Chalet-Charme und der einmaligen Kulisse der Dolomiten. Nostalgiker fühlten sich an Lillehammer 1994 erinnert, das letzte Mal, dass Olympische Spiele so richtig traditionell winterlich daherkamen.