Machtwort des Vatikans: Erzkonservative Bischöfe exkommuniziert
Sie haben ein unmissverständliches Verbot von Papst Leo XIV. ignoriert und bezahlen dafür nun mit der Verbannung aus der katholischen Kirche.
Die erzkonservative Piusbruderschaft hat gegen den Willen des Pontifexes vier neue Bischöfe geweiht und damit einen «schismatischen Akt», also eine Abspaltung von der Kirche, vollzogen. Der Vatikan hat keine 24 Stunden nach der Weihe die Exkommunikation der sechs Beteiligten bestätigt.
Es ist eine Eskalation mit Ansage: Bereits vor Wochen hatte die mächtige Behörde für Glaubenslehre im Vatikan klargemacht, dass eine Bischofsweihe ohne Mandat und gegen Willen des Papstes den automatischen Kirchenausschluss nach sich zieht. Dennoch hielt die traditionalistische Glaubensgemeinschaft an ihrem Schritt fest und weihte am Mittwoch in Écône im Kanton Wallis vier Geistliche zu Bischöfen.
Letzte Warnung des Papstes ignoriert
Noch am Dienstag wandte sich Leo mit einem Brief an den Generaloberen der Piusbrüder, Davide Pagliarani, und warnte vor einem Bruch. «In diesem Geist und erfüllt von christlicher Liebe bitte ich euch und ersuche euch von ganzem Herzen: Kehrt um!» Eine Abspaltung stelle eine «Sünde von äusserster Schwere» dar, so der Pontifex. Doch nichts half, die Männer ignorierten den Papst.
Weltweit gehören nach Angaben der Gemeinschaft heute mehr als 700 Priester der Piusbruderschaft an. Bis zum Mittwoch zählten die Piusbrüder zwei Bischöfe. Die Weihe vier neuer Bischöfe begründeten sie mit einer aus ihrer Sicht bestehenden Notlage: Um den Fortbestand der Gemeinschaft zu sichern, seien die Weihen notwendig, denn nur Bischöfe können neue Priester weihen.
Die Bischofsweihen am Mittwoch stellten laut Beobachtern eine erste grosse Bewährungsprobe für den ersten US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri dar. Er war im Mai vergangenen Jahres gewählt worden, um die Einheit der Kirche zu stärken. Er bemüht sich darum, Spannungen mit traditionalistischen Katholiken zu überwinden, die sich unter Papst Franziskus (2013–2025) verschärft hatten.