Luftpolizeieinsatz zwischen Chur und Ilanz
Am Freitagnachmittag kurz vor 15 Uhr erschütterte ein lauter Knall das Churer Rheintal. Er liess Fenster vibrieren und löste bei einigen Autos gar den Diebstahlalarm aus. Der Grund dafür waren zwei Überschallflüge der Schweizer Armee zwischen Ilanz und Chur, wie Armeesprecherin Delphine Allemand auf Anfrage bestätigte. Bis zu 300 Mal pro Jahr probt das Militär dieses Manöver – dieses Mal war es aber keine Übung, sondern eine sogenannte «Live Mission».
Hot-Mission über Chur, @vbs_ddps ? pic.twitter.com/dMDGiPYwkH
— Mattias Nutt (@mattiasnutt) February 19, 2021
Wenn ein Flugzeug über die Schweiz fliegt, braucht es eine diplomatische Bewilligung, erklärt Allemand. Zwei FA-18-Jets hätten deshalb überprüft, ob es sich bei einem Transportflugzeug aus Deutschland tatsächlich um jenes gehandelt habe, das im Vorfeld eine entsprechende Bewilligung erhalten hatte. «Das ist eigentlich wie eine Verkehrskontrolle auf der Strasse. Solche Luftpolizeieinsätze finden fast jeden Tag statt, aber nicht immer mit Überschallflügen», so Allemand.
Die beiden FA-18-Flugzeuge seien ab Payerne geflogen. Da die Zeit drängte, sei die Patrouille auf 11'000 Metern Überschall geflogen. Die Piloten hätten dann mittels Flugzeugnummer das Flugzeug identifizieren können. Es durfte normal weiterfliegen.
Im vergangenen Jahr gab es 15 «Hot Missions» und 290 «Live Missions» im Schweizer Luftraum. Bei ersteren handelt es sich um «Blaulicht-Einsätze» welche aufgrund von Luftfahrzeugen, die die Lufthoheit der Schweiz verletzen oder die Luftverkehrsregeln in schwerwiegender Weise missachten, ausgelöst werden. Seit Anfang Jahr stehen rund um die Uhr zwei bewaffnete Kampfflugzeuge einsatzbereit, wie der Bund Ende Jahr mitteilte.
Ein Überschallknall ist über 40 Kilometer hör- und spürbar. Die Piloten könnten in einer solchen «Live Mission» je nach Situation darauf achten, dass der Überschallknall nicht über einem bewohnten Gebiet stattfindet, so Allemand. Besonders bei starker Lawinengefahr ist das wichtig, dann sind nämlich auch Übungsflüge explizit verboten. (jas)