Lufthansa steigt bei der portugiesischen Airline TAP ein
Die Lufthansa greift nach einem grossen Stück der portugiesischen Fluggesellschaft TAP. Die Regierung in Lissabon wählte den deutschen Luftfahrtkonzern als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 Prozent der staatlichen Airline aus.
Die Lufthansa habe für diese Anteile ein Gebot von 1,2 Milliarden Euro abgegeben, teilte Ministerpräsident Luís Montenegro am Mittwoch weiter mit. Der Betrag soll ohne Aktienpakete gezahlt werden.
Die deutsche Airline setzte sich gegen den französisch-niederländischen Konkurrenten Air France-KLM durch, der bei der skandinavischen SAS zuvor den Zuschlag für eine Mehrheit erhalten hatte.
Lufthansa hatte zuletzt eine Minderheit von 41 Prozent an der Italienischen Ita übernommen und bereits Optionen gezogen, um im kommenden Jahr auf 90 Prozent aufzustocken. Im MDax-Konzern Lufthansa sind zudem die früheren Staatsairlines der Schweiz, Österreichs und Belgiens integriert.
Portugal behält Mehrheit
Der portugiesische Staat behält nach der geplanten Teilprivatisierung die Mehrheit an der TAP mit ihren mehr als 100 Flugzeugen und rund 9.400 Mitarbeitern. Bis zu fünf Prozent der Anteile sind für die Beschäftigten vorgesehen. Nicht von ihnen erworbene Anteile können zusätzlich an den ausgewählten Investor gehen.
Der Zuschlag bedeutet noch längst nicht den Abschluss des Verkaufs. Nach den abschliessenden Vertragsverhandlungen sind weitere Genehmigungen erforderlich. Die wettbewerbsrechtliche Prüfung durch die EU-Kommission könnte nach Einschätzung der portugiesischen Regierung 18 bis 24 Monate dauern. Der Abschluss des Geschäfts wird deshalb erst 2028 erwartet.