Luftangriff auf Flughafen in Sanaa im Jemen
Im Jemen ist es zu einem Luftangriff auf den Flughafen der Hauptstadt Sanaa gekommen. Die Huthi-Miliz machte dafür Saudi-Arabien verantwortlich.
Bei saudischen Angriffen sei die Start- und Landebahn getroffen worden, meldete der Huthi-nahe TV-Sender al-Masirah. Riad äusserte sich zunächst nicht dazu. Wenig später reklamierte das jemenitische Verteidigungsministerium die Angriffe für sich.
Im Jemen läuft seit mehr als zehn Jahren ein Bürgerkrieg, das Land ist faktisch gespalten. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert grosse Gebiete im Norden samt der Hauptstadt Sanaa, die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung den Süden.
Nach Angaben des jemenitischen Verteidigungsministeriums sollte mit den Luftangriffen die Landung eines iranischen Flugzeugs auf jemenitischem Boden verhindert werden. Die Huthi hätten ihrerseits einem Flugzeug der nationalen jemenitischen Fluggesellschaft die Landung auf dem Flughafen Sanaa untersagt und stattdessen auf der Landung eines iranischen Flugzeugs bestanden. Als Reaktion darauf sei die Start- und Landebahn des Flughafens angegriffen worden.
Regierung: Huthi verhindern Abflug von IKRK-Flug
Gleichzeitig teilte der Informationsminister der offiziellen Regierung, Muammar al-Erjani, mit, dass die Huthi ein Flugzeug des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am Flughafen der Hauptstadt Sanaa an der Ausreise gehindert sowie den Piloten und dessen Assistenten als Geiseln genommen hätten.
Al-Erjani sprach von einer «gefährlichen Eskalation» und einer «schamlosen Verletzung des internationalen humanitären Rechts» sowie internationaler Abkommen zum Schutz humanitärer Missionen und ihrer Mitarbeiter. Die Huthi und das IKRK äusserten sich dazu zunächst nicht.
Warnung des Verteidigungsministeriums
Vor den Luftangriffen hatte das Verteidigungsministerium der offiziellen Regierung gewarnt, man werde mit «allen verfügbaren Mitteln» gegen nach seiner Darstellung vom Iran und den Huthi begangene Verletzungen des jemenitischen Luftraums vorgehen.