Lkw-Proteste in Italien: Büffelmozzarella-Produktion in Gefahr
Die Proteste italienischer Lkw-Fahrer mit Strassenblockaden im Süden des Landes gefährden die Produktion von Büffelmozzarella aus der Region Kampanien.
Nach Angaben des Konsortiums zum Schutz der «Mozzarella di Bufala Campana DOP» können viele Büffelmilchbauern ihre Milch seit vier Tagen nicht mehr zu den Käsereien transportieren. Gleichzeitig seien die Lieferungen der fertigen Mozzarellas an den Handel unterbrochen.
In Kampanien werden demnach täglich 650.000 Liter Büffelmilch produziert. Für die Herstellung der Mozzarella mit geschützter Herkunftsbezeichnung (DOP) muss die Milch innerhalb von 60 Stunden nach dem Melken verarbeitet werden. Da die Lagertanks auf den Höfen nur begrenzte Mengen fassen, droht ein Teil der Milch zu verderben. Die Einnahmeausfälle der Industrie belaufen sich Medienberichten zufolge auf rund drei Millionen Euro täglich.
Blockaden seit vergangener Woche
Marco Nobis, ein Molkerei-Chef aus Kampanien, sagte dem Nachrichtenportal «Il Post»: «Wir dachten, wir könnten weitermachen, weil die Bauernhöfe, die uns mit Milch beliefern, nur wenige Kilometer von der Molkerei entfernt liegen.» Man habe aber aufhören müssen. «Uns hätten ohnehin die Materialien zum Verpacken des Mozzarellas gefehlt: Wir bekommen nicht einmal die Styroporboxen, die wir für den Versand benötigen», sagte Nobis.
Seit vergangener Woche blockieren Lkw-Fahrer im Süden Italiens Strassen und Autobahnen, um gegen die hohen Treibstoffpreise zu protestieren. In zahlreichen Supermärkten konnten die Regale zuletzt nicht mehr gefüllt werden, die Zapfsäulen an Tankstellen leerten sich – es kam vielerorts zu Engpässen.
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