Lieber Zertifkatspflicht als Lockdown
von Daria Joos und Philipp Wyss
In Anbetracht der steigenden Coronafälle soll das Covid-Zertifkat neu auch in öffentlichen Innenräumen gelten. Das hat der Bundrat am Mittwoch mitgeteilt und schickt den Vorschlag nun in die Konsultation bei Sozialpartnern und den Kantonen. Für Regierungsrat Marcus Caduff kommt der Vorschlag der Landesregierung nicht überraschend. «Das hat sich abgezeichnet», sagte er am Mittwochnachmittag gegenüber Radio Südostschweiz. Ob der Kanton Graubünden die Ausweitung der Zertifikatspflicht unterstütze, müsse die Regierung erst noch besprechen. Caduff betonte aber: «Ich glaube, dass zuerst alle anderen Massnahmen ausgeschöpft werden müssen, bevor man wieder anfängt, die Wirtschaft einzuschränken.»
Der Volkswirtschaftsdirektor gab zu bedenken, dass eine Ausweitung der Zertifikatspflicht der Wirtschaft schaden könnte: «Der Umsatz wird zurücklaufen, obwohl man mit der Impfung Instrumente hätte, sich zu schützen.» Dass es deshalb eine gewisse Skepsis gebe, verstehe er, so Caduff. «Aber was es wirklich zu verhindern gilt, ist ein weiterer Lockdown.» Falls die Zertifikatspflicht ausgeweitet werden müsse, könne er sich dies vor allem in Spitälern und Altersheimen vorstellen. Er sagte aber auch: «Und wenn es als letzte Massnahme vor erneuten Schliessungen die Zertifikatspflicht braucht, dann müssen wir auch darüber nachdenken."
Impfen erste Priorität
Hohe Priorität für die Bündner Wirtschaft hat gemäss Caduff der Wintertourismus: «Mit den Möglichkeiten, die wir heute haben, ist es für mich keine Frage, dass die Skigebiete auch diesen Winter offen sind. Auch die Restaurants und Terrassen.» Dies auch, weil es im letzten Winter keine Coronaausbrüche in Skigebieten gegeben habe.