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Schweiz und Welt

Leonardo kauft Kopter

Marco Häusler (mar)
30.01.2020, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Kopter bleibt zwar Kopter und darf die Entwicklung des Helikoptermodells SH09 auch weiterhin als eigenständige Firma unter ihrem Namen vorantreiben. Doch der italienisch dominierte Aerospace-Konzern Leonardo schluckt das Unternehmen zu 100 Prozent. Das geht aus der Mitteilung hervor, die Kopter in den USA an der HAI in Anaheim nach einer Medienkonferenz publiziert hat.

Laut dieser ist die Transaktion zwar noch nicht abgeschlossen. Das soll aber im ersten Quartal des laufenden Jahres noch geschehen. Und bereits unterzeichnet wurde ein entsprechender Vertrag mit der Lynwood (Schweiz) AG, dem Ableger eines Trusts des russischen Investoren Alexander Mamut. Kosten lässt sich das Leonardo mindestens 185 Millionen US-Dollar (rund 180 Millionen Franken). Dazu kommt ein Anteil am Gewinn, der nicht beziffert wird. Zum Tragen kommen soll dieser ab 2022, was vom Erreichen der Entwicklungsziele abhängig gemacht wird. Gemeint sein dürften damit konkret die Typen-Zertifizierungen der europäischen und amerikanischen Luftfahrtbehörden als Voraussetzung für die Serienproduktion.

Kaufen statt selbst entwickeln

Der Kauf ermögliche es Leonardo, die weltweite Führungsposition und jene im Bereich Helikopter weiter zu stärken, heisst es in der Mitteilung weiter. Der vom «jungen, agilen Schweizer Unternehmen» entwickelte einmotoriger Helikopter SH09 passe perfekt zum «hochmodernen Produktsortiment» von Leonardo. In diesem ersetzt die Akquisition nun einfach die geplante Investition zur Entwicklung eines eigenen neuen einmotorigen Drehflüglers.

Zitiert wird in der Mitteilung unter anderem Marina Grönberg, Geschäftsführerin (CEO) der Lynwood (Schweiz) AG und Mitglied des Kopter-Verwaltungsrates: «Lynwood ist sehr stolz darauf, die Entwicklung von Kopter und seines SH09-Programms in den letzten zehn Jahren unterstützt zu haben.» Doch jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um mit Leonardo zusammenzugehen. Und Kopter-CEO Andreas Löwenstein erklärt, die Firma freue sich sehr, einen «soliden Industrieinvestor gewonnen zu haben».

Noch unklar blieb gestern, wie sich der Deal auf die Schweizer Kopter-Standorte und die über 300 Mitarbeitenden auswirkt.

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