«Leider müssen wir von vier Toten ausgehen»
von Nadine Bantli
Es ist ein unglaublich tragisches Unglück, das sich am Mittwochabend in Vättis ereignet hat. Eine Gruppe von sechs spanischen Touristen aus der Region Navarra im nördlichen Teil Spaniens hat sich gemeinsam um 16 Uhr zum Einstiegsort der Canyoning-Route in der Parlitobelschlucht bei St. Martin im Calfeisental begeben – zurückgekommen sind nur die beiden Frauen, die sich für den Wanderweg entschieden haben.
«Leider müssen wir von vier toten spanischen Freizeitsportlern ausgehen, drei Männer haben wir gestern tot bergen müssen» sagte Hanspeter Krüsi, Kommunikationsverantwortlicher der Kantonspolizei St. Gallen, zu Beginn der Medienkonferenz gestern Donnerstag in Vättis zum Canyoning-Unglück. Neben ihm sitzt Armin Grob, Fachspezialisten Canyoning von der Alpinen Rettung Ostschweiz. Der vierte Sportler gilt noch als vermisst.
Die vier spanischen Touristen, alle im Alter zwischen 30 bis 40 Jahren und alle leidenschaftliche Canyoning-Sportler, haben sich in die Schlucht begeben, während die Frauen zurückwanderten – eine von ihnen war mit einem der Todesopfer verheiratet.
Um kurz nach 18 Uhr ist direkt über der Parlitobelschlucht ein heftiges Gewitter niedergegangen. Laut SRF Meteo waren lokal heftige Gewitter mit grossen Regenmengen erwartet worden. Südlich von Vättis wurde eine Regenmenge von rund 40 Millimetern verzeichnet.
Ob die Männer tatsächlich vom Gewitter oder dessen Heftigkeit überrascht wurden, lässt sich schwer sagen. Auch sagte Hanspeter Krüsi an der Medienkonferenz, dass es für Aussagen zur Schuldfrage noch zu früh sei. Grob geht aufgrund des Fundorts davon aus, «dass die Unfallopfer von Gesteins- und Wassermassen mitgerissen wurden und so zu Tode gekommen sind.»