Lara Gut-Behrami erklärt ihren Rücktritt
Lara Gut-Behrami erklärte in einer längeren Video-Mitteilung an den TV-Sender RSI ihren sofortigen Rücktritt vom Spitzensport. «Ich hatte das Glück und die Ehre, eine sehr lange und intensive Karriere erleben zu dürfen, in der ich meine Wünsche und Träume ausdrücken konnte. Diese Reise durfte ich an der Seite aussergewöhnlicher Menschen machen. Das Gefühl von Freiheit im Schnee hat mich nie verlassen», sagte die Super-G-Olympiasiegerin von Peking 2022.
Sie freue sich, dass sie trotz fast 20 Jahren Spitzensport keine chronischen Schmerzen habe. Und das solle so bleiben: «Auch deshalb habe ich das Gefühl, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist.» Sie sei nicht mehr um jeden Preis bereit, Grenzen zu erreichen und zu überwinden. «Ich habe jahrelang unermüdlich daran gearbeitet, herausragende Leistungen zu erbringen und Siege zu erringen. Jetzt empfinde ich einfach ein tiefes Glücksgefühl und bin gerührt, wie schön es war.»
Trotz abruptem Ende mit der Karriere im Reinen
Gern hätte Lara Gut-Behrami ein letztes schönes Kapitel an die Karriere hinzugefügt. Doch ihre angekündigte Abschiedssaison 2025/2026 endete wegen eines Kreuzbandrisses im linken Knie, den sie im November 2025 beim Super-G-Training in Copper Mountain erlitt, frühzeitig. Der Kampf um die olympischen Medaillen in Cortina d'Ampezzo fiel für sie aus, und die geplante Rückkehr wird es nicht geben.
Mit dem abrupten Ende kann Lara Gut-Behrami gut leben. Mit einem Lächeln und einer wortreichen viereinhalbminütigen Rede verabschiedete sie sich vorerst von der Öffentlichkeit. Dabei sprach sie weniger von ihren Erfolgen als vielmehr von den Emotionen, die sie in den fast 20 Jahren seit ihrem Weltcup-Debüt im Dezember 2007 in Lienz durchlebt hat. Durchgehend positiv gestimmt bedankte sich die abtretende Skirennfahrerin namentlich bei allen Personen, die ihr in ihrer Karriere geholfen haben. «Danke an alle, die Teil meiner Reise waren.»
19 Jahre gefüllt mit Erfolgen
«Ich glaube, dass es für alles im Leben eine Zeit gibt», erklärte Lara Gut-Behrami, die dreifache Schweizer Sportlerin des Jahres, zum Ende ihrer Abschiedsrede. «Und jetzt weiss ich, dass es nicht mehr meine Zeit ist, mir die Startnummer umzubinden und an Wettkämpfen teilzunehmen.»
19 Jahre sind genug, zumal sie gefüllt waren mit Erfolgen: Gold und Bronze an den Olympischen Spielen in Peking 2022, eine weitere Bronzemedaille in Sotschi 2014, neun WM-Medaillen, davon zwei aus Gold sowie zwei grosse Weltcup-Kristallkugeln und sieben kleine.