Langlauf-Überflieger Klaebo plant mindestens bis 2030
Am Samstag kann Johannes Klaebo über 50 km klassisch als erster Sportler an den gleichen Winterspielen seine sechste Goldmedaille gewinnen. Das wichtigste Erfolgsrezept: sein «perfekter Opa».
83 Jahre alt ist Kaare Hösflot mittlerweile, doch er ist noch immer die wichtigste Person im Leben seinen Enkels Johannes Klaebo. Dass er nun im Val di Fiemme dabei ist, wenn Klaebo olympische Geschichte schreibt, bedeutet diesem unendlich viel. «Er war und ist einfach der perfekte Opa», schwärmt der 29-jährige Langlauf-Star aus Norwegen. «Seit ich zehnjährig war, hat er mich immer ins Training gebracht, egal, ob Fussball oder Langlauf. Er wachste meine Ski, war einfach immer für mich da.»
Klaebo entschied sich erst mit 16, voll auf die Karte Langlauf zu setzen. Er habe es vorgezogen, alleine für Erfolg und Misserfolg verantwortlich zu sein, erklärt er die Gründe. Nun hat er bereits zehn Olympiasiege, 15 WM-Titel und sagenhafte 107 Einzelsiege im Weltcup. Wird er seiner Favoritenrolle auch am Samstag im letzten Langlaufrennen über 50 km in der klassischen Technik mit Massenstart gerecht, wird er zum ersten Wintersportler mit sechs Mal Gold bei den gleichen Spielen, er hätte dann nur noch die Schwimmer Michael Phelps (8 x 2018) und Mark Spitz (7 x 1972) vor sich. Zahlen, die ein Athlet im Winter gar nicht erreichen kann.
Brillante Technik, akribische Vorbereitung
Klaebo startete als Sprintspezialist und entwickelte sich dann zum perfekten Allrounder ohne Schwächen weiter. Dafür gibt es mehrere Gründe: Da ist zum einen seine brillante Technik. Keiner steht so leichtfüssig und gleichzeitig kraftvoll auf den Ski wie er. Wenn er im Sprint oder bei der Anfahrt Richtung Ziel im Stakkato den letzten Hügel hinauf stürmt und dann flink um die Kurve biegt, geht jeweils ein bewunderndes Raunen durch das Publikum.