Labour-Parteitag: Britischer Premier liefert emotionale Rede
Am Ende seiner leidenschaftlich vorgetragenen Grundsatzrede brach Andy Burnham die Stimme. Der britische Premierminister erinnerte an seinen vor wenigen Tagen gestorbenen Vater – und dieser habe für ein Vereinigtes Königreich gestanden, an das auch er glaube, rief Burnham unter lautem Applaus den Delegierten des Parteitages seiner Regierungspartei Labour zu: «Ein Land, das sich dem Faschismus entgegengestellt hat, ein Land der Solidarität, nicht der Abgrenzung.»
Grossbritannien sei nicht perfekt, gestand der Premier ein. Aber es könne besser sein. «Und wir werden es besser machen», versprach er. Wie – das erklärte Burnham am Dienstag in Liverpool etwas mehr als eine Stunde lang. Überall im Messekomplex der Arbeiterstadt war das Labour-Motto zu lesen: «Hope again» (übersetzt in etwa: «wieder Hoffnung»). Im Kern will Burnham sozialdemokratischer regieren – unter anderem mit grossen Reformen in den Bereichen Pflege, Energie und Wohnungsmarkt.
Die Parteitagsrede war mit grosser Spannung erwartet worden. Der Ex-Bürgermeister von Manchester ist erst seit Juli als Nachfolger des gescheiterten Keir Starmer im Amt. Im Gegensatz zu Starmer geniesst Burnham hohe Popularitätswerte. Das erste Budget, das Finanzminister John Healey Ende Oktober vorlegen will, wird Ende Oktober jedoch zum entscheidenden Test für seine glänzenden Versprechen.
Burnham setzt auf staatliche Kontrolle
Er sei nicht nach Westminster zurückgekehrt, weil er es so vermisst habe, erklärte Burnham. Viel mehr wolle er Westminster verändern. Noch vor einem Jahr hatte er als Bürgermeister kurz vor dem Treffen dem Labour-Parteitag ein Poltern im Regierungsviertel ausgelöst, als er öffentlich damit kokettierte, dem damals schon angeschlagenen Starmer gefährlich werden zu können.