Kurz vor knapp: Historische Hinrichtung in den USA gestoppt
Im US-Bundesstaat Tennessee ist eine historische Hinrichtung kurz vor der Vollstreckung gestoppt worden. Christa Pike wäre die erste Frau seit über 200 Jahren gewesen, die in Tennessee hingerichtet wird. Doch kurz vor der geplanten Tötung funkte ein Berufungsgericht dazwischen.
Die zum Tode verurteilte Pike habe Zweifel an der Rechtmässigkeit des vorigen Verfahrens dargelegt, die nun geprüft werden müssten, entschied das Gericht. Zentraler Punkt dabei ist die gerichtliche Würdigung der Traumata, die Pike eigenen Angaben zufolge als Kind erlitt.
Mord einer Bekannten vor 30 Jahren
Die Verurteilte machte vor Gericht geltend, der Bundesstaat Tennessee habe sie Lügnerin abgetan und ihre Angaben zu erlittenem Missbrauch für fabriziert gehalten. Dann habe der Bundesstaat den Missbrauch später jedoch doch als solchen anerkannt.
Pike zufolge stellt diese Änderung das Fundament des folgenden Gerichtsverfahrens infrage – und damit auch ihr Strafmass. Ein Gnadengesuch an den Gouverneur war zuvor erfolglos geblieben, ebenso ein Antrag an das oberste Gericht in Tennessee.
Die heute 50-jährige Christa Pike wurde 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt. Die Täterin war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet.
Nach Angaben der gemeinnützigen Organisation Death Penalty Information Center (DPI) ist Pike die Einzige der drei, die zum Tode verurteilt wurde. Ihr damaliger Freund war zum Zeitpunkt der Tat 17 Jahre alt, er erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Eine weitere 18-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.