Spiel und Spass im Kurpark
Krocket ist eine Sportart, bei der es das Ziel ist, farbige Bälle mit hammerförmigen Schlägern, genannt Mallets, in vorgegebener Reihenfolge durch Tore, in der Regel U-förmig gebogene Drahtbügel, zu stossen. Es gibt ein Handicap-System zum Ausgleich unterschiedlicher Spielstärken. Männer und Frauen treten zusammen an.
Das Spiel hat auch in Davos eine Heimat gefunden. «Soweit ich weiss, wurde hier bereits um die Jahrhundert-Wende bis vor dem Krieg Krocket gespielt», weiss Sven Lange. Jeden Sonntag treffen sich Krocket-Begeisterte im Kurpark westlich der blauen Frau. Warum gerade hier? «Wir benötigen einen möglichst grossen, gut gemähten Rasen», weiss Lange. Den grossen Rasenplatz finden er und seine Mitspielerinnen und Mitspieler hier, obwohl sie auch selbst Hand anlegen müssen, beispielsweise beim Mähen der Spielfläche in der Grösse von 25 auf 32 Metern. «Dabei kommt unser Akku-Rasenmäher zum Einsatz.»
Lange ist seit seiner Kindheit mit dem Krocket verbunden. «Ich wurde in England geboren und habe schon als Kind im Garten der Grossmutter gespielt.» Als er vor mehr als 20 Jahren in die Schweiz kam, landeten die Schläger vorübergehend im Keller. «Ein kleiner Schatz, denn die Metallbögen und Schläger stammen zum Teil aus dem Jahr 1894. Damit hat schon die Ur-Grossmutter gespielt.» Der Sohn eines Briten und einer Schweizerin hing am Spiel aus der Kindheit, und so war es nur eine Frage der Zeit, Krocket auch in Davos heimisch zu machen.
Briten und Franzosen, die dem Krocket leidenschaftlich verbunden sind, haben strenge Spielregeln, die sie sehr ernst nehmen. Es geht um die exakte, absolut zentimetergenaue Platzierung zwischen den einzelnen Metalltoren und Pflöcken, deren genaue Abstände, je nach Lage auf dem Spielfeld, auch noch variieren. «So genau nehmen wir es bei uns nicht», sagt Lange. «Wir haben nicht immer ein Massband dabei. Bei uns steht der Spass im Vordergrund.» Dies zeigte sich im letzten Jahr. «Da kam eine Chinesin vorbei, die ihre Mutter auf Besuch hatte. Da die Mutter, egal wohin sie reist, ihren Krocket-Schläger mit sich führt, hatte sie diesen auch beim Spaziergang durch den Kurpark dabei. Trotz der Sprachbarriere spielte die Dame spontan mit,» erzählt Lange.