Kredit für die Äugstenhütte reicht nicht
Die Ausführungsplanung und die Offerten für die auszuführenden Arbeiten an der Äugstenhütte oberhalb von Ennenda weisen einen Zusatzaufwand und damit verbundene höhere Kosten auf. Das schreibt die Gemeinde Glarus am Montag in einer Mitteilung. Der Gemeinderat habe deshalb entschieden, der Frühlingsgemeindeversammlung einen Zusatzkredit von 370 000 Franken für das Projekt zu beantragen.
Nachdem die Baubewilligung Anfang 2020 erteilt wurde, wurde die Ausführungsplanung in Angriff genommen. Damit das Projekt umweltbewusst und sicherheitstechnisch optimal realisiert werden könne, seien Anpassungen nötig, die Kosten nach sich ziehen.
Dazu würden zusätzliche Betonarbeiten und eine grössere Fotovoltaikanlage zur Energieerzeugung auch für eine vom Tal unabhängig funktionierende Kläranlage sowie eine Wasseraufbereitungsanlage gehören. Ob der Baubeginn noch in diesem Jahr erfolgen könne, werde zurzeit geprüft.
Zusätzliche Betonarbeiten und eine grössere Fotovoltaikanlage
Der gesamte östliche Teil der Äugstenhütte sei lawinensicher zu gestalten, was nur mit Beton und nicht mit Holzelementbau möglich sei, so die Gemeinde. Weiter seien der Keller der bestehenden und die Stützmauern beim Sitzplatz in einem schlechteren Zustand als erwartet und müssten saniert beziehungsweise ersetzt werden. Betonarbeiten seien im hochalpinen Gebiet sehr kostenintensiv.
Umwelt-Auflagen würden eine Kläranlage erfordern, die unabhängig vom bestehenden Netz im Tal funktioniere, schreibt die Gemeinde Glarus weiter. Eine Wasseraufbereitungsanlage werde die Einhaltung der geltenden Lebensmittelgesetze sicherstellen. Sowohl diese Kläranlage wie auch diese Wasseraufbereitungsanlage würden aber einen zusätzlichen Strombedarf mit sich bringen. Dazu liefere aber die geplante Fotovoltaikanlage an der Südfassade zu wenig Energie. Sie müsste mit einem 17-Kilowatt-Dieselgenerator ergänzt werden, der Abgas- und Lärmemissionen erzeuge und im Jahr gegen 1500 Liter Diesel verbrauchen würde.
Diese Lösung hält der Gemeinderat Glarus aus Umweltschutzgründen als nicht verantwortungsvoll und er sei deshalb der Meinung, dass eine grössere Fotovoltaikanlage samt entsprechender Batterie gebaut werden müsse.
Gemeindeversammlung entscheidet über Zusatzkredit
Der Gemeinderat Glarus hat laut der Mitteilung verschiedene Vorgehensweisen diskutiert. Für ihn ist der politische Entscheid der Herbstgemeindeversammlung 2018 unumstösslich. Ein Abbruch des Projektes komme deshalb nicht in Frage. Kostengünstigere Varianten, wie zum Beispiel den grössten Teil des Stroms mittels eines Dieselgenerators zu erzeugen, beurteile er ebenfalls als nicht zielführend.
Der Gemeinderat Glarus beantragt deshalb der nächsten Gemeindeversammlung, zu entscheiden, ob diese Zusatzkosten für die Äugstenhütte ausgegeben, oder ob das geplante Projekt anderweitig in der Ausführung verkleinert werden solle.
Die entsprechende Vorlage werde nun ausgearbeitet. (mitg)