Krank, dunkel, tot? – die ZSC Lions mit dem Rücken zur Wand
Die ZSC Lions stehen vor dem Ausscheiden aus den Playoffs, der Titelhattrick hängt nach der Heimniederlage gegen Davos an einem seidenen Faden. Aufgeben kommt aber natürlich nicht in Frage.
Wahrscheinlich ist es ja einfach Zufall, doch vielleicht hat der Stadion-DJ in Zürich-Altstetten auch einfach einen sehr schwarzen Humor. Ein Prophet ist aber aber aus Sicht der ZSC Lions hoffentlich nicht. Direkt nach der 2:5-Niederlage gegen Davos dröhnen Disturbed mit «Down with the Sickness» durch die sich leerende Arena. Später folgen Metallicas Worte «Exit Light, Enter Night» und zum Abschluss noch Paul McCartneys «Live and let Die».
Krank («sick») respektive verletzt passt hervorragend zu diesen angeschlagenen Löwen. Der Ausfall von Sven Andrighetto ist offensichtlich selbst für ein so breites Kader kaum aufzufangen. Am meisten leidet unter dem Fehlen des Teamleaders seit dem letzten Spiel der Viertelfinalserie gegen Lugano sein kongenialer Sturmpartner und Filigrantechniker Denis Malgin. «Natürlich fehlt er allen extrem», gibt Malgin zu. «Aber das soll keine Ausrede sein.»
Malgin rackert ohne Glück
Die Statistik spricht aber eine klare Sprache. Seit Andrighetto fehlt, ist Malgin ohne einen Skorerpunkt. Er rackert, kämpft, aber irgendwie will ihm der Puck nicht mehr so leicht von der Schaufel gehen wie gewohnt. «Es fehlt uns auch ein bisschen das Glück vor dem Tor», hadert der WM-Silbergewinner vom letzten Jahr.
Nun steht der ZSC mit dem Rücken zur Wand, das Licht («light») könnte am Freitagabend in Altstetten zum letzten Mal in dieser Saison gebrannt haben – zumindest, bis dann die Schweizer Nationalmannschaft für die WM hier ihre Zelte aufschlägt. Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich zuletzt. «Das ist für mich eine neue Situation», gesteht Denis Malgin. «Ich glaube, ich lag noch nie in einer Playoffserie 1:3 hinten.» Kein Wunder, in de letzten beiden Jahren wurde er ja Meister.
Er werde es immer weiter versuchen, sagt ein gereifter Malgin, der seinen mutmasslichen Frust nicht zeigt. «Das Ziel ist es jetzt, am Sonntag nach Davos zu gehen, zu gewinnen und hierher zurückzukehren.» Das Lazarett hat sich allerdings weiter gefüllt. Der Schwede Jesper Fröden, der schon Spiel 3 verpasst hatte, blieb nach dem zweiten Drittel in der Garderobe. Dafür ist nicht ausgeschlossen, dass Andrighetto aufs Eis zurückkehrt.