Konsumraum Chur GR: Eine Zwischenbilanz in acht Punkten
Seit rund drei Monaten gibt es in Chur GR einen Konsumraum, in dem Suchtkranke Drogen konsumieren können. Die Verantwortlichen haben am Mittwoch eine Zwischenbilanz gezogen – ein Fazit in acht Punkten.
1. Mehr als 90 Registrierungen
Seit der Eröffnung am 1. April haben sich gut 90 Suchtkranke für den Konsumraum registriert. Diese Registrierung ist zwingend, um Einlass zu erhalten. Rund 15 Personen wurde die Registrierung verweigert, weil sie die Bedingungen nicht erfüllen – also beispielsweise ihren Lebensmittelpunkt nicht in Graubünden haben. Inklusive Kontakt- und Anlaufstelle – wo etwa Beratungen angeboten werden – nutzen rund 140 Personen das neue Angebot.
2. Durchschnittlich 100 Konsumationen am Tag
Durchschnittlich halten sich rund 30 Personen pro Tag im Konsumraum auf. Es kommt zu rund 100 Konsumationen. Die Zahlen schwanken allerdings je nach Wetter, Repressionsdruck und Verfügbarkeit der Drogen stark. Denn: Die Konsumentinnen und Konsumenten müssen die Drogen, die sie konsumieren wollen, selbst mitbringen. Ein Grossteil der Suchtkranken konsumiert Crack oder Base – also rauchbares Kokain. Der Kleinhandel mit Drogen wird im Konsumraum geduldet, so soll dieser weniger in der Öffentlichkeit stattfinden.
3. Mehrmals täglich oder nur gelegentlich
Die Nutzungsintensität des Konsumraums ist gemäss dem Leiter der Überlebenshilfe Graubünden, Carlo Schneiter, sehr unterschiedlich. Während manche Personen mehrmals täglich auftauchen, gibt es andere, die nur zweimal die Woche vorbei kommen. Dabei handelt es sich gemäss Schneiter teilweise auch um Personen, die einen geregelten Tag haben – also etwa einer Arbeit nachgehen.
4. 200 Spritzenfunde im Mai 2026
Die Stadtpolizei Chur erfasst jeweils die Anzahl Spritzen, die im öffentlichen Raum gefunden werden. Im Mai 2026 waren es rund 200. Der grösste Teil davon in öffentlichen WC-Anlagen oder in Parkanlagen. Im Mai 2025 wurde mit fast 400 Spritzen der Höchstwert der letzten dreieinhalb Jahre registriert.