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Schweiz & Welt

Aktiengesellschaft des Alvaneuer Bads zieht einen Schlussstrich

Jano Felice Pajarola
08.03.2023, 11:38 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Mit dem anfangs Woche erfolgten Deponieren der Bilanz und dem Einleiten des Konkurses werde der Weg frei für einen möglichen Neuanfang in der Geschichte des Badezentrums, hält die Bad Alvaneu AG in einer am Mittwoch publizierten Medienmitteilung fest. Dem Verwaltungsrat sei wichtig, dass durch das Konkursverfahren eine Bereinigung der Schulden erfolge. Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, um die Liegenschaft für weitere Nutzungen bereit zu stellen.

Den Entscheid beeinflusst habe einerseits «die akute Notwendigkeit der Rückzahlung des Covid-Kredits», andererseits seien auch weitere Forderungen vorhanden. Die Gesellschaft sei überschuldet und die Werthaltigkeit der Liegenschaft gemäss Bilanz nicht mehr gegeben. 

Christoffel Holding bietet Hand für Lösung

Es sei zu hoffen, dass die Idee eines Schwefelbads im Albulatal, an die so viele geglaubt hätten, weitergetragen werden könne und sich eine neue Lösung finden lasse. Die Hauptgläubigerin, die Christoffel Holding AG, werde dazu Hand bieten. 

Um weitere finanzielle Verluste zu vermeiden, war das Badezentrum im Frühling 2021 auch nach Aufhebung der Covid-Massnahmen des Bundes weiterhin geschlossen geblieben. Die seit 2017 laufenden Gespräche zwischen der Bad-AG und deren Mehrheitsaktionärin Christoffel Holding AG einerseits und der Standortgemeinde Albula/Alvra und dem Kanton anderseits hätten keine Lösung für die nötige Schuldensanierung und die Finanzierung der operativen Kosten erbracht, hiess es damals. Die 17 Mitarbeitenden hatten die vorsorgliche Kündigung bekommen. Ein Konkurs sei «unwahrscheinlich», wurde seitens der Bad-AG betont, könne aber auch nicht ganz ausgeschlossen werden. Für eine Wiedereröffnung des Schwefelbads werde es unumgänglich sein, eine Regelung für die bestehenden Schulden zu finden.

Chinesische Investoren wollten Bad kaufen

Im vergangenen April wurde dann bekannt, chinesische Investoren würden das Bad Alvaneu kaufen wollen. Das bestätigte damals Josef Mondl vom Tao China Zentrum Schweiz in St. Gallen, das die potenziellen Investoren bei den Verhandlungen und der Entwicklung des Projekts im Albulatal unterstützte. Die Investoren würden die Jahrhunderte alte Alvaneuer Badetration wiederbeleben wollen, so Mondl. Auch ein Hotel solle gebaut werden. Man plane die im Westen noch eher «unbekannte, ganzheitliche chinesische Gesundheitspflege» ins Ausland zu bringen, und Mittelbünden sei eine ideale Region dafür. Ein Vorvertrag sei unterzeichnet, das Baugesuch hoffe man zu Beginn des Jahres 2023 einreichen zu können. Wie es aktuell um dieses Vorhaben und den Kauf des Bads steht, ist nicht bekannt.

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