Früeligsgfüül i dr Silveschterwuche
vum Schang sim Tiidi (Käthy Rhyner-Friitig)*
Am 29. Chrischtmunet isches gsii, zmitzt i dr Silveschterwuche, do het mi doch tatsächli etter gfraaget, eb ich Früeligsgfüül heig. Ich hamer möse säge, as das gaar nüd so abweegig isch, wämä ds Wetter gschauet. Obenuse hägs gnueg Schnee für d Wintersportler – schiints – aber bi üüs i dr Ebni kä Brosme! Da chännt mä schu bald meine, es gang gegete Früelig! Es wirt gmischtet und bbrüenet, und e Määmaschine het im Riet usse bereits frischi Gras-Mädli gmäät! Bi de Allergiker töged schiints ä schu de eerschte Polle d Nase gützele!
Aber Früeligsgfüül? Bi Früeligsgfüül stell ich mir vor, as mä voll Energii isch, überstellig, undernämigsluschtig oder garemänt verliebt. Aber da laat das eint oder ander bi mir nuch uf sich waarte. Und wäni i Spiegel luege, hani statt Früeligsgfüül eender ds Gfüül, da gääbs nuch so ettis we Entfaltigsmöglichkeite.
Apropo Falte: Falte sind nüd eifach Falte. Zum Biispiil gits Bügelfalte, Gsteinsfalte oder aktinischi Falte; de gebs, wämä z lang i dr bräätige Sunne liggi! Chrääjefüess kännemer ja alli; de überchämmer bim Lache, Lächle und Schmöllele, und die mached ja es Gsicht eigetli eender früntli, nüd alt. Aber kännt ette etter d Marionettefalte? Das sind die rechts und linggs vu de Muulwinggel abi bis zum Chüni und mached usseme Lächle e Lätsch! Wämer eerli wäd sii, sind ja de Falte nüüt anders as Lebesspuure. Dr Florian Ast singts ja sogar: «E jedi Falte i mim Gsicht verzellt us mim Lebe iri Gschicht.»
Es gitt sogaar Raucherfältli; das sind de chliine rund um ds Muul umme, und de gebs vum a dr Zigarette zie. Für mich sind daas Chussfältli!