Köbi Kuhns Wandbild im Zürcher Sihlfeld-Quartier verschwindet
Fussball- und Trainerlegende Köbi Kuhn in Übergrösse verschwindet bald aus dem Zürcher Sihlfeld-Quartier: Das 10 Meter grosse Wandbild muss einem Neubau weichen. Zurück bleibt ein QR-Code.
Auf dem Wandbild ist Köbi Kuhn in jungen Jahren im weiss-blauen FCZ-Trikot zu sehen. Für diesen Verein spielte der frühere Schweizer Nationaltrainer während 17 Jahren und verbrachte dort nahezu seine gesamte Profikarriere.
2019 verstarb «Köbi National». Seit fünf Jahren erinnert das riesige Wandbild an der Zentralstrasse an ihn, das zum 125-Jahr-Jubiläum des FCZ erstellt wurde. Köbi Kuhn selber wuchs ganz in der Nähe auf.
Bald aber wird das übergrosse Gemälde aus dem Stadtbild verschwinden. Denn genau an diese Wand wird ein neues Haus gebaut.
Michael Jucker, Sporthistoriker und Direktor des FCZ-Museums, sagte am Dienstag gegenüber dem Regionaljournal Zürich-Schaffhausen von SRF: «Das sind natürlich unangenehme Gefühle, wenn ein Wandbild verschwindet, das so schön ist und eine Ikone darstellt. Die Stadt ist im Wandel, und das ist ein trauriges Zeichen dieser Entwicklung.»
QR-Code als Ersatz
Künftig soll noch eine Tafel auf das einstige Wandbild verweisen. Sie enthält einen QR-Code, über den das Bild auf dem Handy angeschaut werden kann. Zudem wird eine Fotografie des Wandgemäldes im FCZ-Museum zu sehen sein.
Das Wandbild an einem anderen Ort zu reproduzieren, wäre schwierig, sagte Jucker. Das Wandbild lebe von einem historischen Moment. «Es ist eine künstlerische Kreation. Man malt ja auch nicht Van Gogh nochmals neu.» Insofern sei eine Lösung mit einem identischen Bild nicht anzustreben.
Genau dies hätte Markus Imbach, Präsident des FCZ-Fanclubs Letzi, aber begrüsst, wie er gegenüber dem Regionaljournal sagte. «Es wäre ideal gewesen, wenn man das Bild hätte transferieren und an eine andere Hauswand anbringen können, wo es öffentlich zugänglich wäre.» Der QR-Code genüge eigentlich nicht. Das sei das «Minimum vom Minimum.»
Auch in anderen Städten prangen Fussballlegenden in Übergrösse an Hausfassaden: Beispielsweise Diego Maradona, der in Neapel verewigt wurde. Oder Lionel Messi, dessen rund 70 Meter hohes Wandbild in seiner Heimatstadt Rosario zu sehen ist. Das ursprünglich 2021 entstandene Werk wurde im Juli renoviert und mit drei Sternen auf Messis Trikot für die drei Weltmeistertitel ergänzt.