Knapp gescheitert, viel gewonnen
Die Rapperswil-Jona Lakers spielen eine beeindruckende Saison, scheiden im Viertelfinal gegen Fribourg-Gottéron aber auf bitterste Art aus. Oder doch nicht?
Ist es das schlimmstmögliche Szenario, im entscheidenden siebten Spiel in der Verlängerung zu verlieren? Diese Frage von Keystone-SDA geht an den Rapperswiler Goalie Melvin Nyffeler, der dank 35 Paraden zum besten Spieler seines Teams bei der 3:4-Auswärtsniederlage gegen Fribourg gewählt worden ist. «Nein, 0:4 (nach Siegen) unterzugehen, das ist das Schlimmste», antwortet er. «Wir haben gekämpft, letztendlich war das Glück auf ihrer Seite.»
Der Rapperswiler Sportchef Claudio Cadonau sieht es gerade umgekehrt. «So auszuscheiden ist für mich die bitterste Art und Weise. Wir waren so nah dran. Wenn du die Serie hingegen 0:4 verlierst, musst du dich einfach geschlagen geben.»
Dennoch starke Saison
Wie auch immer. Keine zwei Meinungen gibt es dagegen beim Rückblick auf die Meisterschaft. Die Lakers können mit etwas Abstand stolz auf das Geleistete sein. Sie spielten eine Saison, wie sie ihnen wohl nur die grössten Optimisten zugetraut hätten. Die Regular Season schlossen sie auf dem 7. Platz ab, ehe sie sich in der zweiten Play-in-Runde gegen Bern durchsetzten und nun dem Qualifikations-Zweiten Fribourg alles abverlangten.
«Wir hatten die Möglichkeit, die schon sehr gute Saison noch aussergewöhnlicher zu machen», formuliert es Cadonau. «Es hätte heute auf beide Seiten kippen können. Ich hatte aber das Gefühl, dass sie über die ganze Serie hinweg in den wichtigen Momenten etwas abgeklärter waren. Am Schluss haben sie sicher verdient gewonnen.»
Prognosen übertroffen
Was die Lakers aus ihren Möglichkeiten machen, verdient allerhöchste Anerkennung. «Ich glaube, wir haben alle Experten ein bisschen Lügen gestraft», sagt Captain Nico Dünner. «Das ist sicher etwas Positives. Wir konnten auch in der Stadt etwas bewegen.» Nyffeler ergänzt: «Wir spielten eine coole Saison, auch die Fans hatten Spass. Es ist sicher eine spezielle Truppe. Der Coaching-Staff hat ebenfalls einen super Job gemacht. Sie lassen uns arbeiten und unterstützen uns auf allen Ebenen.»