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Schweiz und Welt

«Klosters hat viele engagierte Leute»

Conradin Liesch
29.03.2022, 14:44 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Albert Gabriel wuchs in Klosters auf. Nachdem er die Mittelschule (Typus B) in Davos abgeschlossen hatte, studierte an den Universitäten in Bern, Zürich und St. Gallen. Schliesslich schloss er das Studium als Staatswissenschaftler in St. Gallen ab.

Mit Kollegen der Uni baute er eine Firma für IT-Unternehmensberatung auf, welche Software-Tools für die Produktion entwickelte. Wie so viele andere Firmen bekam auch diese die Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu spüren: «Bis Mittag waren schon 60 Prozent der Aufträge storniert», erinnert sich Albert Gabriel, «und es hat uns schliesslich verblasen.»

Im August 2002 trat Albert Gabriel dann als Projektleiter ins Gesundheitsamt Graubünden ein. Mittlerweile ist er dort als stellvertretender Amtsleiter tätig.

Gemeindepolitik

Seit 13 Jahren ist Albert Gabriel schon im Klosterser Gemeinderat. Diese Tätigkeit gefiel ihm all die Jahre immer sehr gut, wobei er feststellt, dass die Arbeit mit dem Vorstand gegenwärtig einfacher sei als auch schon.

Wenn er auf seine Jahre in der Gemeindepolitik zurückblickt, sind es einige markante Ereignisse, die ihn gefreut haben. So etwa die Schulhausplanung, welche mit der Schaffung von Mehrzweckhallen in der Arena deutlich entkrampft wurde und schliesslich endlich zum Bau eines neuen Schulhauses in Klosters führte.

Ein weiterer Punkt, der ihn gefreut hat, war die Integration von Saas.

Als problematisch erachtet Gabriel die allmähliche Kompetenzverschiebung von der Gemeinde auf höhere Stufen. So etwa die Raumplanung, welche vom Bund her umgesetzt wird.

Hohe Lebensqualität in Klosters

An Klosters schätzt Albert Gabriel vor allem die sehr hohe Lebensqualität, wobei er augenzwinkernd meint: «In gewissen Bereichen, so etwa den Einkaufsmöglichkeiten, könnte es aber auch besser sein.»

Was ihn auch beeindruckt, ist die viele Freiwilligenarbeit, die in Klosters geleistet wird, so etwa im Kulturschuppen: «Wir haben hier viele innovative und engagierte Leute. Die Leute hier sind direkt und der Walsercharakter drückt nicht nur bei den Walsern durch, sondern auch bei den Zugezogenen.»

Wichtig erachtet er, dass die Lebensqualität beibehalten wird, sowohl für die Einheimischen wie auch die Gäste – auch im Hinblick darauf, dass die Gäste zu Einheimischen werden: «Wir haben in den letzten zwei Jahren gemerkt, dass man nicht unbedingt im Büro sitzen muss, um zu arbeiten, sondern dass sich dies auch von hier aus erledigen lässt. Dann könnte man vielleicht auch über Steuersenkungen nachdenken. Nicht dass wir sie brauchen, aber wir sind gegenwärtig auf gutem Niveau.»

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