Klassik erhält den Grossteil der Musikfördermittel
Zwischen 76 und 95 Prozent der Musikfördermittel gehen an die klassische Musik. Zu diesem Ergebnis kommt eine Recherche der Musikvielfalt-Initiative, welche die Fördergelder in Bern, Basel, Zürich, Genf, Lausanne und Lugano unter die Lupe genommen hat.
Im Vergleich dazu ist der Anteil der Gelder, welche in den sechs Städten in die «Musiques Actuelles» fliessen, klein: Zwischen rund 3 und 15 Prozent der öffentlichen Fördermittel gehen an Projekte und Institutionen aus Genres wie Pop, Rock, Jazz, Hip-Hop oder elektronische Musik. Während in Lausanne mit 14,5 Prozent der höchste Anteil in diese Genres fliesst, sind es gemäss der Recherche in Lugano (2,6 Prozent) und Zürich (4,3 Prozent) am wenigsten.
Als weitere Genre-Gruppe hat die Untersuchung Musicals, Volks- und Blasmusik sowie interdisziplinäre Formate zusammengenommen. Hier wird am wenigsten gefördert, in den untersuchten Deutschschweizer Städten betreffen sie weniger als ein Prozent der Musikausgaben.
«Kulturförderung soll vielfältig sein»
In die Analyse wurden die im Jahr 2024 ausgerichteten städtischen und kantonalen Fördermittel für das Musikschaffen der jeweiligen Stadt sowie Gelder aus den Lotterie-Fonds einbezogen.
Man wolle mit der Recherche eine Grundlage für eine breite öffentliche Debatte schaffen, heisst es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei der Musikvielfalt-Initiative. «Kulturförderung soll vielfältig sein und die Teilhabe von möglichst allen Teilen der Gesellschaft an der Kultur stärken», sagt Janina Neustupny, Teil des Kernteams der Musikvielfalt-Initiative – und verweist auf die Kulturfördergesetze der Kantone sowie die Kulturbotschaft 2025–2028 des Bundes, welche die kulturelle Teilhabe und Vielfalt als Ziele nennen.