Klare Mehrheit in Alberta gegen Unabhängigkeit von Kanada
Die Einwohner der ölreichen Provinz Alberta haben sich mit deutlicher Mehrheit für einen Verbleib in Kanada ausgesprochen. Mehr als 76 Prozent der Wähler stimmten laut vorläufigen Teilergebnissen dafür, wie die Wahlbehörde nach Auszählung von rund 60 Prozent der Wahlkreise bekanntgab.
Kanadas Premierminister Mark Carney begrüsste das Votum gegen die Abspaltung der Provinz. Er sprach von einer Chance, das Land nun für alle besser zu machen.
Die Einwohner Albertas stimmten am Montag in einem Referendum darüber ab, ob die Provinz ein zweites verbindliches Referendum zur Trennung von Kanada anstreben soll sowie über neun weitere Fragen zur Einwanderung und zur Verfassung.
Alberta liegt im Westen des Landes und gilt als besonders konservativ. Viele Unabhängigkeitsbefürworter sind der Ansicht, dass Alberta wirtschaftlich einen grossen Beitrag zum Wohlstand Kanadas leistet, von der Regierung in Ottawa aber politisch benachteiligt wird.
Ergebnis für Befürworter über den Umfragenwerten
Umfragen hatten zuletzt bereits eine grosse Mehrheit für den Verbleib als Teil Kanadas gesehen – etwa 70 Prozent. Damit liegt das erste Ergebnis noch einmal über den Zustimmungswerten der Umfragen. Beide grossen politischen Parteien des Landes hatten sich immer wieder deutlich gegen eine Abspaltung ausgesprochen. Aus der US-Regierung von Präsident Donald Trump kam dagegen Unterstützung für die Unabhängigkeitsbewegung.
Das Ergebnis stärkt vor dem Hintergrund von Trumps Annexionsdrohungen und einem Handelskrieg mit Washington das Bestreben von Premierminister Carney, die nationale Einheit zu wahren.