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Schweiz & Welt

Kindergärtner werden auswärts platziert

sladmin
07.05.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

In Scuol gibt es drei Kindergärten und 50 Kindergartenplätze. Im laufenden Jahr gab es in der Gemeinde aber mehr Kindergärtner als Plätze. Um die Räumlichkeiten zu vergrössern, war die Schulgemeinde ebenso zu spät dran, wie um andere Räumlichkeiten zu mieten – oder um Container aufzustellen, sagt Ana Mathis Nesa. Die Präsidentin des Schulrats Scuol erklärt im Interview mit Radio Südostschweiz: «Wir haben uns dann dazu entschieden, acht Kinder nach Ftan in den Kindergarten zu schicken.»

Das Problem überraschte die Schulgemeinde: Im September standen noch 53 oder 54 Kinder auf der Liste der einzuschulenden Kinder. Bis im März stieg die Anzahl dann aber auf 61 Kinder. Darum werden nun acht Kinder nach Ftan «ausgesiedelt».

Wer «muss» nach Ftan?

Die grösste Diskussion gab die Auswahl derjenigen Kinder, die den Kindergarten nun in Ftan statt in Scuol besuchen werden. Ardez und Ftan boten der Gemeinde Scuol Plätze an. Schliesslich mussten die betroffenen Kinder bestimmt werden, was Mathis Nesa vor ein Problem stellte. Sollten all jene Kinder oberhalb der Hauptstrasse oder fremdsprachige Kinder nach Ftan geschickt werden?, fragte sie sich.

Die Schulgemeinde entschied sich dann, die Eltern zu fragen, ob sie bereit wären, ihr Kind nach Ftan in den Kindergarten zu schicken. Und die Schulrätinnen und Schulräte wurden überrascht. An einem Informationsabend meldeten sich neun Eltern, deren Kinder freiwillig ins Nachbardorf in den Kindergarten gehen wollten. Den Transport organisiert die Schule mit einem Bus. Allerdings haben im Bus lediglich acht Kinder Platz, weshalb nur acht Kinder nach Ftan wechseln. Ein Bus mit neun Plätzen würde die Transportkosten laut Mathis Nesa beinahe verdoppeln.

Eine Lösung muss her

Die Kindergärten in Scuol haben Platz für 20, 18 und 15 Kinder. «Mit gut 50 Kindern werde es zwar im neuen Schuljahr etwas eng, aber es geht», so Mathis Nesa weiter. Langfristig will die Schule aber Lösungen finden, damit mehr Kindergartenplätze zur Verfügung stehen. «Es kann nicht sein, dass wir eine Lehrperson für 20 Kinder anstellen, sie dann aber aufgrund der kleinen Räume nur weniger Kinder unterrichten kann. Darum sucht Mathis Nesa das Gespräch mit der Gemeinde. Das Ziel: demnächst drei Kindergärten in Scuol mit Platz für 20 Kinder. (phw)

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