Kein Ende der Eiszeit mit Russland bei G20-Aussenministern
Sechs Wochen vor dem G20-Gipfel der grossen Industrie- und Schwellenländer in Miami bleibt Russland auf Konfrontationskurs. Laut Aussenminister Sergej Lawrow gibt es weder im Ukraine-Krieg noch bei anderen Krisen Anzeichen für Entspannung. «In der Praxis sind bislang keine wirklichen Fortschritte in den Beziehungen zu den USA zu erkennen», kritisierte er am Rande des G20-Aussenministertreffens in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.
Die Beratungen galten als Art Generalprobe für den Gipfel der G20-Staats- und Regierungschefs am 14. und 15. Dezember in Miami, zu dem US-Präsident Donald Trump auch Wladimir Putin eingeladen hat. Ob der Kremlchef kommt, ist unklar. Auch Kanzler Friedrich Merz und Chinas Staatschef Xi Jinping werden erwartet. Russland ist zwar offiziell noch G20-Mitglied, Putin nahm aber zuletzt 2019 physisch an einem Gipfel teil. Der Gruppe gehören 19 Staaten sowie die EU und die Afrikanische Union an.
Lawrow machte mit Blick auf die USA klar, man solle sich «keine Illusionen hinsichtlich des Diesel-Deals machen», was eine Verbesserung der Beziehungen zu Washington betreffe. Anfang Oktober hatten Trump und Putin Diesellieferungen in die USA vereinbart. Washington setzte dafür Sanktionen gegen Moskau vorübergehend aus. Die Abmachung löste Kritik aus – von der EU, der Ukraine, der Bundesregierung und aus Teilen des US-Kongresses.
Wadephul prangert Moskau wegen Getreidelieferungen an
US-Aussenminister Marco Rubio dämpfte Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch bei den unterbrochenen Getreidelieferungen über das Schwarze Meer: Die USA prüften Vorschläge für eine Lösung. Diese würde den Krieg zwar nicht beenden, könne aber Folgen für die Ernährungssicherheit dämpfen.