Kantonsärztin gibt noch keine Entwarnung
Die Bündner Kantonsärztin Marina Jamnicki hat anlässlich einer Medienorientierung einen Überblick der aktuellen Corona-Situation im Kanton gegeben. Demnach befanden sich am Donnerstag 56 Personen in Spitalpflege, zehn auf der Intensivstation, neun hängen am Beatmunggerät. Jamnicki hält fest, dass die aktuellen Massnahmen gegen das Virus «zu einer Stabilisierung der Fallzahlen führen». Es sei allerdings eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Seit rund einem Monat verzeichne man durchschnittlich etwa 100 Fälle pro Tag. Aktuell befinden sich laut Jamnicki 554 Personen in Isolation und 884 Personen in Quarantäne. Dass nur ungefähr 1,5 Personen pro Erkranktem in Quarantäne seien, zeige, dass die Menschen aktuell ihre Kontakte zu anderen Personen einschränken würden.
Bei der Anzahl Personen auf der Intensivstation werde bis Ende November noch ein leichter Anstieg erwartet, sodass man sich punkto Intensivbetten und der dazugehörenden Pflege langsam der kritischen Schwelle nähere. «Viel Luft haben wir nicht mehr», so die Kantonsärztin. Aktuell würden auch Planungen laufen, wie die sowieso arbeitsintensive Wintersaison angegangen werden soll. In fast allen Bündner Spitälern würden aktuell einige nicht zwingende Operationen – wie im Frühling – verschoben.
Wenig Fälle in Schulen
Kein Treiber der Fallzahlen sind aktuell die Schulen. Der Schulinspektor des Schulbezirks Thusis,Philipp Hugentobler, gab an der Medienorientierung diesbezüglich einen kurzen Überblick. Demnach gibt es zwar Fälle in allen fünf Schulbezirken im Kanton, aber es seien jeweils nur wenige. Er spricht insgesamt von einem tiefen zweistelligen Bereich. Es gebe auch einzelne ganze Klassen, die aktuell in Quarantäne seien. Hier bewege man sich aber im einstelligen Bereich.