Kanton Zürich will Wildschweinen mit neuem Konzept zu Leibe rücken
Wildschweine graben sich immer zahlreicher durch die Zürcher Felder. Nun will der Kanton dem Schwarzwild mit einem neuen Konzept zu Leibe rücken. Dabei kommt auch ein Duftstoff zur Anwendung, der nach Menschenschweiss stinkt.
Der Zürcher Wildschweinbestand steigt laufend: Obwohl die Jägerinnen und Jäger jedes Jahr 1300 bis 1500 erlegen, nimmt der Bestand pro Jahr um bis zu 300 Tiere zu. Aktuell leben zwischen 2500 bis 3000 Tiere in den hiesigen Wäldern und Feldern.
Dies liegt vor allem am guten Nahrungsangebot. «Bei uns finden sie fast unendlich und das ganze Jahr Futter auf den Feldern und Eicheln im Wald», sagte Reto Muggler, Co-Leiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung (FJV), auf Anfrage. Weil harte Winter fehlen, sinkt gleichzeitig die natürliche Sterblichkeit.
Vor allem im Unterland und im Weinland
Am häufigsten anzutreffen sind Wildschweine in der nördlichen Kantonshälfte, also im Unterland und im Weinland. Eher uninteressant finden Wildschweine hingegen das Oberland. Dort hat es für ihren Geschmack tendenziell zu wenig Äcker und zu viele Weiden.
Zum Problem werden sie vor allem, wenn sich ganze Rotten über Mais- oder Weizenfelder hermachen. Der Kanton zahlte Landwirten in den letzten beiden Jahren jeweils 380'000 Franken Entschädigung für Ertragsausfälle oder auch zur Wiederherstellung einer Weidefläche.
Schmerzensschreie lösen Fluchtreflex aus
Weil das Jagen allein die Bestände offenbar nicht dauerhaft reduziert, will der Kanton den Wildschweinen mit einem neuen Konzept zu Leibe rücken. Ziel: Die Tiere sollen sich mehr im Wald aufhalten und weniger in den Feldern.