Kanton und Gemeinden übernehmen Kita-Anteil der Eltern
Ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung befindet sich momentan im Homeoffice oder ohne Arbeit zu Hause. Deshalb und wegen der Angst einer Ansteckung, bringen die Eltern ihre Kinder vorerst nicht mehr in die Kita – ganz im Sinne des Bundesrates. Die Kitas im Kanton Graubünden haben nun gefordert, dass der Kanton und die Gemeinde die Ausfälle zahlen. Normalerweise müssten Eltern auch dann zahlen, wenn ihre Kinder die Kita nicht besuchen. Laut Regierungsrat Marcus Caduff musste in dieser Ausnahmesituation ein neuer Weg gefunden werden und ein Kredit von einer Million Franken wurde gesprochen.
Herr Caduff, die Kitas im Kanton Graubünden haben gefordert, dass die Ausfälle der Einnahmen vom Kanton und den Gemeinden getragen werden. Die Entscheidung ist gefallen, wie sieht die Lösung aus?
Marcus Caduff: Die Regierung hat entschieden, dass der Kanton 60 Prozent, welche normalerweise von den Erziehungsberechtigten gezahlt werden, vom Kanton und den Gemeinden übernommen werden.
Das heisst, es wurde ein Kredit gesprochen. Wie wird das konkret aussehen?
Konkret ist es so, dass wir in den letzten Wochen angefragt haben, was die Auslastung in den Kitas ist. Wir haben festgestellt, dass 40 bis 80 Prozent der Kinder zu Hause bleiben. Gemäss Gesetz müssten die Eltern aber trotzdem ihren Anteil zahlen, auch wenn die Kinder zu Hause bleiben. Das ist aber im Moment nicht der richtige Weg, weil der Bund aufgerufen hat, dass Eltern ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause behalten, was demzufolge auch ein Grossteil der Eltern so macht. Nun kann es nicht sein, dass die Eltern den Betrag trotzdem bezahlen müssen. Deshalb übernehmen der Kanton und die Gemeinden diese 60 Prozent, welche die Eltern normalerweise an die Kitas zahlen müssten.