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Schweiz und Welt

Kanton Glarus fördert Hausärzte stärker

Südostschweiz
01.06.2022, 13:34 Uhr
heute um 16:56 Uhr

Die Hausarztmedizin ist ein Grundpfeiler des Glarner Gesundheitssystems. Sie sei kostengünstig, patientennah und effizient, schreibt der Glarner Regierungsrat in einer Mitteilung. Hausärztinnen und –ärzte sind demnach die «Spezialistinnen und Spezialisten für alle Fälle». Im Kanton Glarus ist jedoch jede vierte als Hausarzt tätige Person zwischen 56 und 65 Jahre alt und wird in absehbarer Zeit pensioniert.

Kanton hilft bei der Ausbildung

Um die medizinische Grundversorgung auch künftig sicherzustellen, finanzieren viele Kantone seit einigen Jahren Angebote zur Förderung der Weiterbildung zur Hausärztin oder zum Hausarzt mit. Solche Angebote sind Praktika in Hausarztpraxen für Studierende sowie Praxisassistenz und Weiterbildung für angehende Hausärztinnen und Hausärzte. Das Ziel ist, junge Ärztinnen und Ärzte für die Hausarzttätigkeit zu motivieren.

Auch der Kanton Glarus bietet seit 2008 in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Glarus und der Ärztegesellschaft des Kantons Glarus eine Praxisassistenz an. Dabei wird angehenden Ärztinnen und Ärzten während sechs Monaten hausärztliches Wissen und Können im Praxisalltag vermittelt.

Die Praxisassistenz wird nun durch ein sogenanntes Hausarztcurriculum ergänzt. Dabei eignen sich die angehenden Hausärztinnen oder Hausärzte in den gewählten Fachgebieten jene Kompetenzen und Fähigkeiten an, die für die Hausarztmedizin relevant sind. Ziel sei es, eine medizinische Breitenkompetenz zu erhalten und zu fördern. Die Basisweiterbildung vom ersten bis zum dritten Jahr wird dabei im Kantonsspital Glarus selbst angeboten. Die Aufbauweiterbildung im vierten und fünften Jahr erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital St. Gallen. 

Wer zahlt?

Die Hausarztpraxen und das Kantonsspital Glarus beteiligen sich mit 2000 Franken an den Lohnkosten der beiden Programme. Die restlichen Kosten für maximal drei Vollzeit-Weiterbildungsstellen pro Jahr trägt der Kanton. Es wird mit Gesamtkosten für den Kanton von rund 180'000 Franken pro Jahr gerechnet. (red)

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