Kanton budgetiert zweistelliges Millionen-Defizit
Am Donnerstag hat das Departement für Finanzen und Gemeinden des Kantons Graubünden das Budget 2020 präsentiert. Erwartet wird im ersten Budget-Jahr unter Finanzminister Christian Rathgeb ein Aufwandüberschuss von 33,1 Millionen Franken. Dieses Budget liegt im Bereich des Vorjahresbudget (33,7 Millionen Franken). Fast schon traditionell wird die tatsächliche Rechnung dann aber wohl um einiges besser ausfallen. So budgetierte der Kanton für das Jahr 2018 ebenfalls einen Verlust von 33 Millionen Franken, schrieb aber schliesslich einen operativen Gewinn von 105 Millionen Franken. Und auch der Kanton schreibt in der Medienmitteilung zum Budget: «Dieses Defizit entspricht 1,3 Prozent des Gesamtaufwands von 2,6 Milliarden Franken und belässt gute Aussichten auf ein ausgeglichenes Rechnungsergebnis.»
Regierungsrat Christian Rathgeb kommentiert das Budget folgendermassen: «Das Budget 2020 setzt die aktive Finanz- und Steuerpolitik mit hohen Investitionen fort. Die Finanzlage des Kantons ist weiterhin solid.» In den Finanzplanjahren 2021 und insbesondere ab 2022 würden die Aufwendungen aber deutlich stärker steigen als die Erträge. «Um auch zukünftig einen ausgeglichenen Finanzhaushalt gewährleisten zu können, wird eine Aufgaben- und Leistungsüberprüfung durchgeführt», so Rathgeb weiter.
Personal- und Sachaufwand steigen
Der Personalaufwand steigt gemäss Budget im Jahr 2020 um 1,5 Prozent oder auch 5,8 Millionen Franken. Damit werden einerseits die zusätzlich benötigten Stellen (hauptsächlich für die neue Justizvollzugsanstalt JVA Cazis Tignez) sowie die Lohnentwicklung für das bestehende Personal finanziert. Mehr ausgeben will der Kanton auch im Bereich «Sachaufwand». Der Sach- und übrige Betriebsaufwand nimmt um 13,3 Millionen (plus 4,2 Prozent) zu.