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Schweiz und Welt

Jute gegen Eindringlinge

Südostschweiz
24.02.2021, 13:59 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Neophyten nennt man in der Fachsprache Pflanzen, welche durch menschliche Einflussnahme in ein fremdes Ökosystem gelangen und dort heimisch werden. Ein Beispiel dafür ist die aus Nordamerika stammende Nuttalls Wasserpest, welche sich seit einigen Jahren in Europa ausbreitet, auch auf dem Obersee in der Gemeinde Glarus Nord. Um die Ausbreitung dieser invasiven Art einzudämmen, deckte der Kanton den Seegrund im Herbst 2018 auf einer Fläche von 500 Quadratmetern mit Jutematten ein. Wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt, sind die Auswirkungen auf der abgedeckten Fläche deutlich sichtbar. Die Nuttalls Wasserpest kann die Jute nicht durchwachsen, die heimische Armleuchteralge hingegen schon.

Die Wirksamkeit der Massnahme wird von der Fachwelt aufmerksam verfolgt. Das Jutegewebe beginnt sich aber allmählich aufzulösen und es wird im abgedeckten Bereich in einigen Jahren die gleiche Zusammensetzung von Pflanzen zu finden sein wie auf dem Rest des Sees. Bereits für den diesjährigen Sommer rechnet man vonseiten des Kantons wieder mit einem hohen Bestand der Nuttalls Wasserpest. (sot)

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