«Habe immer noch nicht alles realisiert»
DZ: Xenia von Siebenthal, wie haben Sie Ihre erste Junioren-Weltmeisterschaft erlebt?
Xenia von Siebenthal: Es war zunächst schon einmal cool, dass ich für die WM selektioniert worden war und mitgehen konnte. Der Aufenthalt in Bansko hat mir nicht nur der Goldmedaille wegen sehr gut gefallen. Wir waren nicht nur auf der Piste, sondern auch im Ort selber unterwegs und konnten ein wenig shoppen. Wir flogen von Kloten via Wien nach Sofia. Von dort fuhren wir mit Athletinnen und Athleten anderer Nationen mit dem Bus nach Bansko. Ich kannte viele bereits von anderen Rennen her. Zwei Tage haben wir trainiert und konnten uns an den bulgarischen Schnee gewöhnen. Am Freitag stand der WM-Parallel-Riesenslalom auf dem Programm, in dem ich den zwölften Platz erreichte. Am Samstag fuhren wir den Parallelslalom, in dem ich die Goldmedaille holte.
Wie haben Sie den Samstag denn so erlebt?
Ich fuhr in der Qualifikation die fünftschnellste Zeit, dachte mir aber noch nicht viel dabei. Zuvor war ich noch nie in einem internationalen Rennen weiter als in den Achtelfinal gekommen. Als ich dann im Viertelfinal Tsubaki Miki – Vize-Weltmeisterin bei den Aktiven aus Japan – besiegen konnte, fühlte sich alles unwirklich an. Cool war, dass ich jeweils mit dem Schneemobil vom Ziel zum Start hochgefahren wurde – das wollte ich auch sonst schon immer mal. Ich siegte auch im Halbfinal und Final gegen Weltcup-Fahrerinnen und konnte so den Weltmeistertitel erringen. Die Siegerehrung habe ich wie in Trance erlebt, und ich habe jetzt noch nicht alles total realisiert. Auch was danach folgte, war für mich neu: Etwa die Dopingkontrolle oder mein erstes Interview auf Englisch.
Welche Reaktionen haben Sie nach dem unerwarteten Sieg erhalten?
Ich erhielt viele Gratulationen, persönlich und über die sozialen Medien. Wir wurden in Kloten abgeholt, und danach stieg in Davos eine kleine Überraschungsparty mit Eltern, Verwandten und Kollegen. Das war cool.