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Schweiz und Welt

Likrat-Vermittlende weiter im Einsatz

Südostschweiz
16.03.2025, 07:00 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Nach der belasteten Sommersaion 2023 beauftragte die Davos Destinations-Organisation noch im gleichen Herbst die professionellen Vermittler Michael Ambühl und Nora Meier von der Zürcher Firma «Ambühl Meier», eine Task Force einzuberufen und zu leiten. Diese erarbeitete und verabschiedete in der Folge einen Katalog von zehn konkreten Massnahmen. «Sie richten sich an Einheimische, Tourismus-Betriebe und ausländische Gäste sowie interessierte Kreise ausserhalb Davos. Im Zentrum steht der gegenseitige Respekt», beschreibt Nora Meier, Deputy CEO, das Resultat. Die Massnahmen seien im Sinne eines Pilotprojekts erstmals in der Sommersaison 2024 umgesetzt worden. «Während dieser Zeit wurde ein Monitoring aufgegleist, um die Effektivität und Effizienz der Massnahmen zu evaluieren.» Inzwischen zieht Meier ein positives Fazit. Bei einer vergleichbaren Gästezahl sei es zu weniger Zwischenfällen als im Jahr zuvor gekommen. «Die einzelnen Massnahmen wurden allseitig begrüsst und der gesamtheitliche Ansatz als zielführend erachtet.»

Verbesserungen umsetzen

Nicht alle Probleme konnten jedoch im ersten Anlauf ausgemerzt werden. Es gebe Verbesserungspotenzial, und die Wirkung der Massnahmen könne mit gezielten Anpassungen erhöht werden, heisst es von Seiten der Task Force-Leitung. Dabei gehe es vor allem um organisatorische und kommunikative Aspekte. Gemeint ist damit unter anderem der sogenannte «Hub», das ist das Informationszelt, das im vergangenen Sommer auf dem Derby-Parkplatz stand. Für dieses wird nun ein neuer Ort gesucht, bei dem auch Synergien genutzt werden können. In der Nähe eines der Gebetsräume wäre so eine Möglichkeit. «Die Existenz dieses Hubs soll auch bei den Einheimischen bekannt sein», ergänzt Meier.

Gesetzt ist bereits, dass in der Zeit zwischen 4. und 22. August wieder acht bis zehn Likrat-Vermittlerinnen und -Vermittler in Davos sein werden. Machte man sich beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) im vergangenen Jahr noch Sorgen über die daraus entstehenden Kosten, so sind diese inzwischen geregelt. «Es gelang, eine externe Finanzierung sicherzustellen», sagt Meier. So wird die Aufgabe gerade ausgeschrieben: «Gesucht sind insbesondere praktizierende Jüdinnen und Juden, die auch allfällige Missverständnisse proaktiv begegnen können.» Konkret geht es darum, dass die Likratinos und Likratinas zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, um mit den jüdischen Gästen ins Gespräch zu kommen. Insgesamt findet Meier, dass die Situation in Davos inzwischen besser geworden sei: «Aus unserer Sicht kann das Miteinander als weniger angespannt beurteilt werden. Die Tatsache, dass allseitig begrüsst wurde, dass man sich um ein respektvolles Miteinander bemüht, zeigt auch, dass es allen ein Anliegen ist, miteinander auszukommen.»

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