Jonerinnen müssen sich für einmal mit Silber begnügen
Im grossen Final im Kampf um den Schweizer Meistertitel bei den Frauen in der Halle kam es am Sonntag im thurgauischen Wängi zum Showdown der beiden derzeit stärksten Teams des Landes: Jona und Diepoldsau. Diese beiden Equipen hatten bereits den Final der vergangenen Feldsaison bestritten und hatten auch die Qualifikation der Hallen-Meisterschaft auf den ersten beiden Rängen beendet. In ihren jeweiligen Halbfinalduellen – Jona spielte gegen Kreuzlingen (3:0) und Diepoldsau gegen Oberentfelden-Amsteg (3:1) – setzten sie sich ebenfalls sicher durch.
Im Final stellte sich nun die Frage, ob die Herausforderinnen aus Diepoldsau es schaffen würden, die Seriensiegerinnen aus Jona, die indoor die letzten drei und outdoor gar die letzten sechs Titel eingestrichen haben, ins Wanken zu bringen oder gar zu stürzen.
Wende nach erstem Matchball
Zu Beginn sah es so aus, als ob alles seinen gewohnten Gang nehmen würde. Diepoldsau hielt zwar mehr oder wenig mit, die wichtigen Punkte gingen jedoch an Jona, das die ersten beiden Sätze mit 11:9 und 11:6 gewinnen konnte. Dann aber starteten die Rheintalerinnen eine furiose Aufholjagd, wehrten im dritten Satz einen Matchball ab und konnten die Partie danach dank drei Satzgewinnen in Folge tatsächlich noch drehen.
Eine nicht unbedingt erwartete Wende: «Nach dem 0:2-Satzrückstand hatten wir die Hoffnung schon fast aufgegeben», gestand Diepoldsaus Angreiferin Tanja Bognar. Doch dann hätten sie nochmals alles in die Waagschale und seien je länger je mehr in einen richtigen Flow gekommen. «Dass es am Ende tatsächlich noch gereicht hat, macht den Titel natürlich umso schöner», freute sich Nationalspielerin nach dem ersten Schweizer Meistertitel in der Vereinsgeschichte der Diepoldsauerinnen.
Ganz anders war die Gefühlslage kurz nach der Partie selbstredend auf der Seite der entthronten Serienmeisterinnen aus Jona. «Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass es nicht zum Titel gereicht hat», sagte Captain Natalie Berchtold. Gross Vorwürfe zu machen brauchten sich die Jonerinnen jedoch nicht, zumal sie in der Person von Janine Stoob (Bänderriss) einen gewichtigen Ausfall zu beklagen hatten. «Wir haben unser Bestes gegeben», meinte denn Berchtold, «müssen aber auch anerkennen, dass Diepoldsau super gespielt und verdient gewonnen hat.»