Jetzt oder nie für Sprunger, nicht für Gottéron
Fribourg-Gottéron steht zum fünften Mal im Playoff-Final. Der erste Titel wäre ein märchenhafter Abschluss für Julien Sprungers Karriere.
Als Klublegende wird im Sport schnell einmal jemand bezeichnet, doch selten stimmt es so wie bei Julien Sprunger. Der 1. April hätte zum schlechten Witz werden können, Sprungers 1175. Spiel in der NLA respektive National League, alle für Fribourg-Gottéron, hätte auch sein letztes sein können. Dann schoss Benoît Jecker in der 17. Minute der Verlängerung von Spiel 7 im Viertelfinal gegen Rapperswil-Jona das erlösende 4:3.
Damit änderte sich auch für Sprunger alles. Seine Karriere ist noch nicht zu Ende, fünf Spiele später steht sein Team im Final. «In der Halbfinalserie gegen Servette (4:1 Siege) war ich viel ruhiger als im Viertelfinal», verrät der 40-jährige Stadt-Freibuger. Ein frühes Aus nach einer starken Qualifikation (2. hinter Davos) und im ersten Jahr unter dem schwedischen Coach Roger Rönnberg wäre ein Desaster gewesen. Mit dem Erreichen des Halbfinals war dieses Horrorszenario vom Tisch.
Sehr intensive Emotionen
Im Fall von Sprunger kommt der emotionale Effekt dazu. Immer wieder war sein bevorstehender Rücktritt das grosse Thema, in den Medien, bei den Fans, in kreativen Choreografien vor den möglichen letzten Serien und Spielen. «All diese Emotionen waren sehr intensiv», gab Sprunger nach der Finalqualifikation zu. «Ich habe mich ein wenig darin verloren.» In den Halbfinals sei es ihm viel besser gelungen, sich auf das Hockey zu konzentrieren, im zweiten Spiel erzielte Sprunger sein erstes Tor dieser Playoffs. «Ich habe versucht, Spass zu haben und habe mich viel freier und besser gefühlt auf dem Eis.»
Sprunger ist der Einzige im aktuellen Kader von Gottéron, der bereits beim letzten Final 2013 (2:4-Niederlage gegen Bern) dabei war. Es ist hinlänglich bekannt: Gottéron war noch nie Schweizer Meister. Die ersten drei Finals mit dem genialen Russen-Duo Bykow/Chomutow in den Jahren 1992, 1993 und 1994 gingen ebenfalls verloren. «Da war ich etwa fünf Jahre alt, daran habe ich keine Erinnerungen», verrät der 1,94-m-Riese mit den sanften Händen. Von 2013 ist ihm vor allem geblieben, wie bitter es war, den Gegner mit dem Pokal zu sehen."