Je tiefer die Nummer, desto teurer
Eine möglichst tiefe Nummer an einem möglichst teuren Auto. Das ist kein seltener Anblick auf den Strassen. Allerdings haben tiefe Nummern auch ihren Preis. Je tiefer, desto beliebter und teurer. So ging die bisher teuerste einstellige Autonummer des Kantons Graubünden mit einem Betrag von 111'000 Franken an einen Käufer, wie Richard Peretti, stellvertretender Leiter des Strassenverkehrsamts Graubünden, sagt.
Die kantonale Auktion gibt es seit dem Jahr 2004. Dort werden besonders attraktive Nummern an den Meistbietenden vergeben. Weitere tiefe Nummern stehen zu fixen Preisen zur Verfügung. Diese Zusatzgebühren sind laut Peretti freiwillig. Für die restlichen Nummern fallen die «üblichen» Gebühren an, was für die meisten von uns der Normalfall ist.
Wie bei den Verkehrssteuern, fliesst auch der Reinertrag aus den Verkäufen von Kontrollschildern vollständig in die kantonale Strassenrechnung».
Richard Peretti, Stv. Leiter Strassenverkehrsamt Graubünden
In einem zweiwöchigen Rhythmus schaltet das Strassenverkehrsamt eine Selektion von interessanten Nummern elektronisch für die Auktion frei. Nicht selten gehen dann 20 bis 30 Angebote beim Amt ein. In dieser Zeit kann man für die Nummer bieten. Danach ist die Auktion beendet und es kann wieder von Neuem für eine andere Nummer geboten werden. Wie bei den Verkehrssteuern, fliesst auch der Reinertrag aus den Verkäufen von Kontrollschildern vollständig in die kantonale Strassenrechnung, wovon schlussendlich alle Bürgerinnen und Bürger profitieren, erklärt Peretti.
Nummer hat hohen Stellenwert
Weshalb Personen derart viel Geld für eine «Zahl» ausgeben, kann sich Peretti nicht erklären. Aber der Handel mit den Autonummern wird weiterhin gerne betrieben. Beliebt seien ausserdem auch die sogenannten «Wunschschilder», welche für etwa 300 bis 500 Franken gekauft werden können. Diese Zahl könne man individuell zusammenstellen. Zum Beispiel mit einem Hochzeits- oder Geburtsdatum. «Wenn die Nummer vom Strassenverkehrsamt aus verfügbar ist, geht es in der Regel zehn Tage und sie ist schon abholbereit», so Peretti.
Hat für euch die Autonummer einen hohen Stellenwert?
Meistens über private Wege
Wie Peretti sagt, werden die tiefen Nummern in der Regel innerhalb der Familie weitergegeben. Es sei deshalb selten, dass eine speziell attraktive Nummer wieder zurück zum Strassenverkehrsamt gelangt. Nebenher gebe es auch Leute, die solche Veräusserungen über private Wege abwickelten. Sie erwerben sich die Nummer günstig und verkaufen sie teuer. Solche Spekulationen seien keine Seltenheit. Eine derartige Übergabe unter Privaten ist zugelassen, wie Peretti erklärt: «Generell gilt die freie Schildübergabe. Innerhalb der Familie kann man eine Nummer ja auch weitergeben. Deshalb kann man dies ohne Weiteres auch über Dritte machen.» Da werde alleinig eine Übertragungsgebühr beim Strassenverkehrsamt fällig.
Hier kann beim Strassenverkehrsamt Graubünden elektronisch für eine Nummer geboten werden.